Weihnachten in anderen Ländern: So wird Heiligabend gefeiert

Besondere Momente mit Familie und Freunden, leuchtende Kinderaugen und große Vorbereitungen für ein einzigartiges Fest – das gehört auch in anderen Ländern zur Weihnachtszeit. Wer Weihnachten in anderen Ländern feiert, wird Weihnachtsmärkte, Würstchen mit Kartoffelsalat, gemeinsames Adventssingen und einem Weihnachtsbaum jedoch nicht immer finden.       

Weihnachten: Unterschiedlicher, als Sie vielleicht denken!

Die Geburt von Jesus wird rund um den Globus auf verschiedene Arten gefeiert. Die Unterschiede beginnen schon bei den zeitlichen Abläufen: Der Heilige Abend am 24. Dezember ist beim Weihnachten in anderen Ländern nicht immer der wichtigste Teil des Festes. Darüber hinaus unterscheiden sich auch die Geschenkrituale und nicht zuletzt das servierte Festmahl. Sind bei Ihnen schon einmal Geschenke durch das Fenster hereingeflogen? Oder haben Sie die Festtage bereits mit dem Ausfüllen eines Glücksspielloses eingeläutet? Weihnachtsbräuche aus anderen Ländern erweitern den eigenen Horizont, geben einen tiefen Einblick in die Kultur eines Landes und regen obendrein zum Nachmachen an. In den folgenden Abschnitten finden Sie die schönsten Bräuche, Rituale und Festtagsgerichte für eine zauberhafte Weihnachtszeit mit internationalem Flair. Fest steht: Weihnachten in anderen Ländern hat seinen ganz eigenen Zauber!

Italien: Weihnachten in anderen Ländern mit Kirchgang, Pasta und Gemütlichkeit

Sollen wir den Weihnachtsbaum schon jetzt kaufen oder doch erst am 24. Dezember aufstellen? Während diese Frage bei uns zuweilen kontrovers diskutiert wird, sind sich die Italiener in dieser Hinsicht einig. Am 8. Dezember, der Überlieferung nach Mariä Empfängnis, werden in Italien traditionell die Bäume aufgestellt und das ganze Haus festlich geschmückt. Da die Italiener weder Nikolaus noch den Adventssonntag als Feiertag kennen, ist dieses Datum der wichtigste Tag vor dem Heiligen Abend. Am 24. Dezember führt der Weg der meist katholischen Familien zuerst in die Kirche. Die verbleibende Zeit wird sehr unterschiedlich genutzt. Unverzichtbar sind neben dem guten Essen in Form von Pasta und Panettone, einem süßen Brot mit Rosinen, gemeinsame Momente mit den Verwandten.  
Eine Familie sitzt am weihnachtlich gedeckten Tisch, lachen gemeinsam und freuen sich über das Weihnachtsessen, welches von einer Frau serviert wird. (Weihnachten in anderen Ländern)
Ein Fest für die ganze Familie: Weihnachten ist traditionell in vielen Ländern mit Gemeinschaft und einem Treffen aller Generationen verbunden.

Schweden: Weihnachten in anderen Ländern mit Lichterglanz und Luciafest

Unternehmen Sie nach dem 1. Advent eine Reise nach Schweden, wird Ihnen vermutlich als erste der zauberhafte Weihnachtsschmuck in nahezu jedem Fenster ins Auge fallen. Das wichtigste Fest im Jahr wird in Schweden mit Adventskerzen und -sternen malerisch in Szene gesetzt. Ein erster Höhepunkt auf dem Weg zum Heiligen Abend stellt das Luciafest am 13. Dezember dar. An diesem Tag ziehen bereits im Morgengrauen in zahlreichen Städten Luciaumzüge durch die Straßen. Die Lucia und ihre Begleiter wecken die Menschen mit eigenes zu diesem Anlass geprobten Gesängen auf und laden anschließend zum Frühstück ein. Am 23. Dezember, dem Weihnachtsvorabend, werden dann die letzten Vorbereitungen für das Fest getroffen. Jetzt wird unter anderem der traditionsreiche Weihnachtsschinken gekocht. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist wie bei uns der Heilige Abend, an dem sich die Familien zur Bescherung um den Tannenbaum versammeln und das Smörgåsbord mit unterschiedlichen Spezialitäten vom mariniertem Hering bis zum Glögg, der skandinavischen Glühweinvariante, genießen. Der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag haben in Schweden hingegen keine große Bedeutung.  
Ein traditioneller Christmas Pudding aus England. (Weihnachten in anderen Ländern)
Ein traditioneller ,,Christmas Pudding“ aus England. Er besteht unter anderem aus Trockenfrüchte und wird am 25. Dezember serviert.

Spanien: Weihnachten in anderen Ländern mit Glücksspiel, Krippe und Bescherung am Dreikönigstag

Haben Sie eine Krippe unter dem Weihnachtsbaum stehen? Die in Deutschland wenig verbreitete Tradition hat in Spanien einen hohen Stellenwert. Mit dem Beginn der Vorweihnachtszeit bauen Spanier prachtvolle Krippen in ihren Wohnzimmern auf. Außer den bekannten biblischen Figuren finden Sie hier oft auch den „Caganer“, eine satirisch zu interpretierende Figur mit heruntergelassener Hose.
Wer sich nun emsige Vorbereitungen für das Fest erwartet, wird in Spanien eines Besseren belehrt: Das Weihnachtstreiben wird von einem Treffen am nächstgelegenen Kiosk unterbrochen. Hier kaufen Jung und Alt ihr Los für die berühmte Weihnachtslotterie, die am 22. Dezember ihren Höhepunkt findet. An diesem Tag wird traditionell der mehrere Millionen schwere Hauptgewinn „Gordo“ ausgeschüttet. In Sachen Geschenke können sich die Spanier im Anschluss auf gleich zwei Feste freuen: Während an Heiligabend das Festmahl im Kreis der Familie im Vordergrund steht und nur kleine Präsente ausgetauscht werden, freuen sich Italiener am 6. Januar über die üppigen Gaben der der Weisen aus dem Morgenland. Dieser Geschenketag wird schon am Vorabend mit Straßenumzügen von prachtvoll verkleideten Weisen eingeläutet. Zum kulinarischen Genuss an Weihnachten gehören in Spanien schließlich neben luftgetrocknetem Hinterschinken, Truthahn und Lamm süße Verführungen in Form von Nougat-Mandel-Honig-Gebäck und der Schaumwein „Cava”.  
Ein stark geschmücktes und dekoriertes Haus in einer Nachbarschaft. Der Vorgarten ist ebenfalls weihnachtlich geschmückt und stark beleuchtet. (Weihnachten in anderen Ländern)
Think BIG: In Amerika wird viel Wert auf eine außergewöhnliche Außenbeleuchtung und Weihnachtsdekoration gelegt. Blinkende Lichter und vollverzierte Fassaden sind ein vielerorts ein Muss.

Nordamerika: Weihnachten in anderen Ländern mit Santa Claus und Christmas-Stockings

Grelle Lichter, Santa Claus mit Rentierschlitten und natürlich prall gefüllte Weihnachtsstrümpfe – das alles erwartet Sie beim typisch amerikanischen Weihnachtsfest. Der größte Unterschied zum hiesigen Weihnachten liegt in der „Anlieferung“ der Geschenke. Santa Claus, der einst von Coca-Cola erfundene amerikanische Weihnachtsmann, bringt die Präsente nicht etwa durch die Tür, sondern gelangt von seinem fliegenden Schlitten aus durch den Kamin ins Hausinnere. Hier hängen schon die traditionellen Christmas-stockings bereit, die Santa mit seinen Gaben füllt. Bevor es an die Weiterreise geht, kann sich der Weihnachtsmann dann über eine Stärkung freuen: Eine Tasse heiße Milch und Zucker für die Rentiere stellt jeder amerikanische Haushalt bereit. Anders als bei uns werden die gefüllten Strümpfe erst am Morgen des 25. Dezembers in Augenschein genommen.
Beim Weihnachtsschmuck und sonstigen Aktionen rund um die Feiertage gilt in Amerika schließlich das Motto „Schrill, bunt und außergewöhnlich“. Wenn Sie zur Weihnachtszeit in die USA reisen, erwarten Sie nicht nur reichlich verzierte Vorgärten, sondern je nach Bundesstaat auch ein lautstarkes Feuerwerk oder multikulturelle Weihnachtsparaden.  Foto:  Fotolia/Slawomir Fajer
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