Was mache ich nach dem Abi?

Lernen, Prüfungen, Nervosität – für viele Schüler und Schülerinnen ist die Zeit vor dem Abitur purer Stress. Sie können nur noch über die bevorstehende Prüfung nachdenken. Entscheiden, was nach dem Abi kommt, können viele noch nicht. Sie wollen erst nach den Abiturprüfungen über weitere Möglichkeiten nachdenken. Kein Wunder, denn bei einem Angebot von ca. 19.000 Studiengängen und 400 Ausbildungsberufen ist die Entscheidung gar nicht so leicht.

Auslandsaufenthalt, FSJ oder Praktikum

Viele Abiturienten träumen davon nach dem Abi ein Jahr nach Australien, Kanada oder Neuseeland zu gehen. Sie wollen die Welt kennenlernen, bevor sie sich auf einen Karriereweg festlegen. Programme wie „Travel and Work“ oder Auslandsaufenthalte als Au Pair sind nach wie vor sehr beliebt. Die Zeit im Ausland ist zudem eine gute Möglichkeit, um die eigenen Sprachkenntnisse aufzupolieren. Das bringt bei späteren Bewerbungen mit Sicherheit Pluspunkte.

Andere absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), um Menschen zu helfen und um Erfahrungen zu sammeln. Denn nicht jeder Schüler hat bereits neben der Schule gearbeitet und die Berufswelt kennengelernt. Das macht die Berufswahl umso schwerer. Eine gute Möglichkeit, um in Berufe zu schnuppern und die eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken, ist auch ein Praktikum. Für einige Studiengänge und Ausbildungen ist ein vorangegangenes Praktikum sogar Voraussetzung. Ganz Pfiffige verbinden den Auslandaufenthalt mit einem Praktikum. Wer sich dafür entscheidet, sollte jedoch gute Sprachkenntnisse mitbringen, um im Arbeitsalltag bestehen zu können.

Vier Schüler sitzen nebeneinander und arbeiten (Nach dem Abi).
Auch wenn das Abitur viel Aufmerksamkeit verlangt, sollten sich Schüler frühzeitig über die beruflichen Möglichkeiten nach dem Abschluss informieren.

Nach dem Abi Geld verdienen

Nicht jeder kann sich eine Weltreise oder ein Jahr Auszeit leisten. Viele wissen: ganz gleich ob sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden, das Geld wird in den nächsten Jahren knapp sein. Deshalb suchen sich manche Schüler und Schülerinnen nach dem Schulabschluss einen Job, um Geld zu verdienen. So können sie sich Wünsche wie eine eigene Wohnung oder ein eigenes Auto erfüllen und Geld für die Ausbildungszeit oder das Studium zu sparen. Ein Minijob reicht für selbstständiges Wohnen und gleichzeitiges Sparen allerdings nicht. Wer ungelernt möglichst viel Geld verdienen möchte, muss Zeit investieren. Das lohnt sich in den meisten Fällen nicht nur finanziell. In der Regel werden die Berufsanfänger durch die neu gewonnen Erfahrungen im Beruf selbstbewusster und selbstständiger.

Arbeit finden nach dem Abi

Einige Abiturienten haben die Möglichkeit genutzt, schon neben der Schule zu arbeiten. Sie können oft nach dem Abitur die Zahl der Arbeitsstunden erhöhen, um mehr Geld zu verdienen. Trotzdem gehen nicht wenige neue Wege und suchen einen neuen Job, um auch andere Arbeitsabläufe, Teams und Aufgaben kennenzulernen. Das ist sinnvoll, denn wer viele Erfahrungen sammeln möchte, will auch viel sehen und ausprobieren. Neben- und Ferienjobs sind allerdings deutlich leichter zu finden, als abwechslungsreiche Vollzeitstellen für Ungelernte. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Abiturienten für Zeitarbeit als Übergangslösung nach dem Abi interessieren, weiß Petra Timm, Pressesprecherin bei Randstad, dem größten Personaldienstleister in Deutschland.

Zeitarbeit nach dem Abitur

In welchem Beruf möchte ich Karriere machen? Passt ein Bürojob zu mir? Bin ich für die Pflege geeignet? Möchte ich kreativ arbeiten? Diese und viele andere Fragen stellen sich fast alle Schüler nach dem Abi. Nur die wenigsten sind sich schon ganz sicher, welchen Beruf sie unbedingt lernen wollen. Deshalb ist es für Jobsuchende wichtig, sich im Arbeitsalltag möglichst viel ausprobieren zu können. Die Möglichkeiten sich zu testen und zu orientieren bietet die Zeitarbeit bei vollem Gehalt. Das Prinzip ist simpel: Zeitarbeitsfirmen schließen einen regulären Arbeitsvertrag mit den Zeitarbeiten. Die Verträge sind an gesetzliche Vorgaben gebunden, in der Regel unbefristet, mit festem Gehalt, Sozialabgaben und Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Zeitarbeitsfirmen überlassen ihre Mitarbeiter dann Unternehmen, die akuten Personalbedarf haben für eine bestimmte Zeit. So werden die Zeitarbeiter immer wieder in unterschiedlichen Unternehmen eingesetzt.

Zeitarbeit als Übergangslösung nach dem Abi

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Wer Erfahrungen in verschiedenen Berufen sammeln möchte, kann durch die wechselnden Arbeitsplätze viele unterschiedliche Arbeitsabläufe und Teams kennenlernen. Nicht selten lernen die Abiturienten so nicht nur ihre eigenen Stärken und Vorlieben, sondern oft auch ihren zukünftigen Ausbildungsbetrieb kennen. Häufig werden von den Unternehmen Zeitarbeiter, die ins Team passen, übernommen. „Für die meisten Schüler, die sich nach dem Abi für die Zeitarbeit entscheiden, stehen allerdings die Verdienst- und Orientierungsmöglichkeiten an erster Stelle“, weiß Petra Timm, Pressesprecherin beim Personaldienstleister Randstad. Allerdings entscheiden sich auch Abiturienten, die ihre Studienwahl bereits getroffen haben, vermehrt für den Weg in die Zeitarbeit. Grund dafür sind die Wartesemester, die viele nach dem Abi überbrücken müssen.

Studienwahl getroffen und warten

Nicht jeder, der sein Zeugnis in der Tasche hat, erhält gleich nach dem Abi einen Studienplatz. Studiengänge wie Medizin, BWL oder Psychologie sind vom Numerus Clausus betroffen und die Wartezeit-Klassiker. Viele angehende Studenten wollen die Zeit bis zum Start des ersten Semesters mit einem Job überbrücken, der sie auf die Studieninhalte vorbereitet und einen Einblick in den späteren Berufsalltag gibt. Zeitarbeitsunternehmen versuchen diese Interessen zu berücksichtigen und die Mitarbeiter gezielt einzusetzen. Übrigens nicht nur Schulabgänger müssen nach dem Abi mit Wartezeiten zum Bachelor-Studiengang rechnen. Auch einige Master-Studiengänge haben Zulassungsbeschränkungen und damit Wartezeiten. Da Studenten in der Regel „knapp bei Kasse“ sind, nutzen viele die Zeit bis zum nächsten Studienplatz, um ihren Kontostand zu verbessern. Das erleichtert ihnen langfristig sogar das Studium. Denn studieren und nebenbei noch arbeiten, um den Unterhalt zu verdienen, kann anstrengend sein. Oft leidet das Studium darunter.

Erst Ausbildung, dann Studium

Nicht jeder Abiturient entscheidet sich für ein Studium. Wer gern handwerklich und praxisbezogen arbeitet, ist mit einer Ausbildung als Berufseinstieg gut beraten. Manche entschließen sich dann nach dem Ende der Lehrzeit, noch ein Studium zu absolvieren. Da kann es von Vorteil sein, wenn die Möglichkeit besteht, in dem gelernten Beruf nebenbei weiter zu jobben, um das Studium zu finanzieren. Auf jeden Fall ist die Ausbildung eine gute Möglichkeit, um nach dem Abi viele Praxiserfahrungen und Wissen zu sammeln. Wer danach studieren möchte, hat bei entsprechenden Leistungen auch die Möglichkeit, seine Ausbildungszeit zu verkürzen.

Ein Facharbeiter erklärt einem jungen Mann einen Stromkasten (Nach dem Abi).
Ausbildung nach dem Abi: Nicht immer muss es ein Studium sein. Auch eine technisch-handwerkliche Ausbildung hat Abiturienten viel zu bieten.

Duales Studium nach dem Abi

Erst eine Ausbildung und dann noch ein Studium – das dauert vielen zu lang. Wer trotzdem praktisches und theoretisches Wissen erlernen möchte, wird von den Möglichkeiten eines Dualen Studium begeistert sein. Praxis und Theorie, arbeiten und studieren, wechseln sich im dualen Studiengang miteinander ab. Betriebswirtschaftslehre, soziale Berufe, Wirtschaftsinformatik oder Tourismusmanagement – es gibt viele Studiengänge, die dual angeboten werden. Der Vorteil, der viele Abiturienten überzeugt, sich nach dem Abi für diesen Karriereweg zu entscheiden: Zusätzlich zum Hochschulabschluss erhalten die Absolventen einen Abschluss in einem Ausbildungsberuf.

Ausbildung: 326 Möglichkeiten nach dem Abi

Ob öffentlicher Dienst, Landwirtschaft oder in freien Berufen – die Möglichkeiten, eine zukunftsorientierte Ausbildung zu starten, sind vielfältig. Der Ausbildungsmarkt bietet 326 Ausbildungsberufe und viele offene Lehrstellen. Da sich die meisten Schüler nach dem Abi für ein Studium entscheiden, fehlt es an Bewerbern. Das ist ein Vorteil für Suchende, da die Betriebe mittlerweile einiges tun, um Auszubildende zu bekommen. Der Abiturabschluss erhöht zudem die Chancen einen guten Ausbildungsplatz zu erhalten – sofern das Abitur nicht ohnehin bereits Einstellungsvoraussetzung ist. Im öffentlichen Dienst haben mittlerweile über die Hälfte der Auszubildenden Abitur. Einige Unternehmen haben zudem spezielle Abiturientenprogramme entwickelt, um die Azubis neben dem herkömmlichen Fachwissen an Führungsverantwortung heranzuführen.

Nach dem Abi – alle Wege stehen offen

Es ist gar nicht so leicht sich zwischen den vielen Möglichkeiten nach dem Abi für den eigenen Weg zu entscheiden. Viele setzen sich unter Druck und wollen sich gleich festlegen. Wer sich jedoch erst einmal auf den Weg macht, um im Studium, Ausbildung, Praktikum oder in der Zeitarbeit Erfahrungen zu sammeln und sich selbst besser kennenzulernen, macht nichts falsch. Heutzutage sind erfolgreiche Karrierewege nicht nur gerade. Viele verändern durch Weiterbildungen ihre berufliche Laufbahn und sind dabei sehr erfolgreich. Wer startet und seine Stärken und Schwächen erkennt, kommt bestimmt an sein Ziel.
Eine große Hilfe bei der Planung nach dem Abitur sind umfangreiche Bewerbungsratgeber, wie ihn zum Beispiel der Personaldienstleister Randstad zur Verfügung stellt. (Advertorial)

Fotos:  luckybusiness/123RF,_M_alpbig_jeff_270716

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