Baumstumpf entfernen: So geht’s

Wird ein Baum im Garten zu groß, würden viele Haus- und Grundbesitzer am liebsten die Axt oder Kettensäge zücken und ihn fällen. Doch so einfach dürfen Sie das nicht. Wir erklären Ihnen, welche Bäume Sie fällen dürfen und wann. Außerdem erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, um den Baum vollständig zu beseitigen. Denn während Äste und Stämme sich gut zerkleinern lassen, bleiben Stumpf und Wurzeln meist in der Erde. Um den kompletten Baumstumpf entfernen zu können, braucht es Know-how.

Zwei Baumstümpfe auf Waldboden.
Ist der Baum erst einmal gefällt, bleibt nur der Stumpf. Wollen Sie auch den Baumstumpf entfernen, brauchen Sie Zeit, Kraft und Ausdauer.

Ganz wichtig und was viele nicht wissen: Auch im eigenen Garten dürfen Bäume nicht immer einfach gefällt werden. Vor allem große und alte Bäume stehen, auch auf dem Privatgrundstück, unter Schutz.

Das Gartenrecht beachten

Sie wollen einen Baumstumpf entfernen, weil er Sie im Garten stört? Dann haben Sie den dazugehörigen Baum vermutlich längst gefällt. Falls nicht, sollten Sie, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, wissen, dass nicht jeder Baum nach Belieben gefällt werden darf – auch nicht auf dem eigenen Grund und Boden.

Zwei Hände halten etwas Erde, aus der eine Pflanze wächst.
Wenn Sie einen Baum fällen möchten, sollten Sie das Gartenrecht beachten.

Beachten Sie:

  • Vom 1. März bis zum 30. September herrscht in Deutschland ein Baumfällverbot. Dieses dient, neben anderen Tätigkeiten wie dem Heckenschneiden, dem gesetzlichen Vogelschutz. In der besagten Zeitspanne findet bei heimischen Singvögeln die Paarung, Brut und Aufzucht statt. Wollen Sie in diesen Monaten dennoch einen Baum fällen, benötigen Sie eine schriftliche Genehmigung.
  • Handelt es sich um einen vermutlich sehr alten oder auch großen Baum, sollten Sie sich mit der zugehörigen Gemeinde absprechen, bevor Sie zur Tat schreiten. Abhängig von der Region und Art des Baumes ist es unter Umständen verboten, ihn zu fällen. So dürfen in Frankfurt zum Beispiel keine Laub-, Ginkgo- und Walnussbäume gefällt werden, deren Stammumfang (in einem Meter Höhe gemessen) mehr als 60 Zentimeter beträgt. Auch Nadelbäume mit einem Stammumfang von mehr als 90 Zentimetern stehen unter Schutz. Wer diese Bäume dennoch fällt, muss mit Geldbußen von bis zu 100.000 Euro rechnen.
  • Wenn Sie einen Grenzbaum fällen möchten, sollten Sie sich vorher das Einverständnis Ihres Nachbarn einholen.

Gut zu wissen: Die Kommune regelt die Baumschutzsatzungen, das Forstamt gibt darüber Auskunft und erteilt Sondergenehmigungen.

Warum der Baum weg muss…

… kann verschiedene Gründe haben. Fest steht: die Entscheidung, einen Baum zu fällen, sollte wohl überlegt sein. Einmal entfernt dauert es viele Jahre, bis ein Ersatz nachgewachsen ist. Wie Bäume wachsen, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit und dem Licht ab. Je größer sie werden, desto mehr Schatten werfen sie auf den Garten; Laubbäume machen zusätzliche Arbeit, wenn im Herbst Jahr für Jahr mehr Blätterberge entfernt werden müssen (lesen Sie hier, wie Sie Laub durch Flächenkompostierung beseitigen). Wenn Tannen und Fichten zu groß werden, stellen sie zudem bei Sturm eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, da sie im Wind leicht brechen oder entwurzeln und fallen können. Weitere Gründe, warum ein Baum weg muss, sind eine zu große Nähe zum Haus oder eine Krankheit, die das zeitnahe Fällen erfordert.

Ein Reetdachhaus mit blauen Türen und Fenstern, vor dem zwei Bäume mit roten Beeren stehen.
Wenn Bäume zu nahe am Haus stehen, schlucken sie mit den Jahren immer mehr Licht. Manche entscheiden sich dann dazu, den Baum zu fällen.

 Baumstumpf entfernen: So geht’s nicht!

Um einen Baumstumpf zu entfernen, sollten Sie Rücksicht auf Umwelt und das Klima nehmen. Daher Finger weg von der sogenannten „Wurzel-Ex-Methode“. Hierbei kommt ein Präparat zum Einsatz, das Natriumnitrat enthält und zusammen mit Petroleum zu einem zähen Brei verrührt wird. Dieser wird in Löcher, die in den Stumpf gebohrt wurden, gegossen und entzündet. Allein der Rauch ist klimaschädlich und nicht umweltfreundlich. Zudem wird durch diese Methode im schlimmsten Fall der gesamte Boden verseucht.

Baumstumpf entfernen: So geht es richtig

Wollen Sie einen Baumstumpf endgültig entfernen, brauchen Sie Zeit, Kraft und Ausdauer. Immerhin ist der Baum zuvor über Jahrzehnte gewachsen und hat sich mit seinen Wurzeln tief im Boden verankert.

Auf einer Wiese mit Löwenzahn siet man einen Baumstumpf.
Wer den Baumstumpf als dekoratives Gartenelement betrachtet, kommt um ein mühsames Entfernen herum. Mit den Jahren verrottet er von selbst.

Die einfachste und umweltfreundlichste Methode ist, den Baumstumpf einfach verrotten zu lassen. Dies dauert jedoch, je nach Art und Größe bis zu zehn Jahre. Wollen Sie nicht so lange warten, kann eine Wurzelfräse, auch Stubbenfräse genannt, helfen. Spezielle, vertikal zum Boden liegende Fräsmesser entfernen Wurzeln zuverlässig. Dafür wird das Gerät über den Stumpf positioniert, den Rest erledigen die Messer. Eine Wurzelfräse können Sie in vielen Baummärkten ausleihen.

Eine weitere Variante ist, den Stamm auszugraben. Mit etwas Fleiß und Muskelkraft lassen sich Bäume mit flachen Wurzeln wie viele Fichtenarten, Weiden, Hainbuche und Douglasie, Stück für Stück ausgraben. Am besten beginnen Sie, indem Sie den Stamm rundherum mit einem guten Spaten freischaufeln. Anschließend alle freiliegenden Wurzelstränge je nach Dicke mit einer scharfen Gartenschere oder –säge durchtrennen. Ist dies geschafft, lässt sich der Baumstumpf meist aushebeln. Bei größeren, schwereren Baumstümpfen lohnt sich der Einsatz eines Flaschenzugs, um Spaten und Rücken zu schonen.

Tipp: Baumstümpfe als Gartendeko nutzen

Wenn Sie der Baumstumpf nicht direkt stört, lassen Sie doch einmal Ihrer Fantasie freien Lauf und werden Sie kreativ! Bereits ein schöner Blumenkübel mit einer farbenfroh-blühenden Pflanze darin macht den Stumpf zu einem praktischen, hölzernen Podest. Und im Winter kann der Baumstumpf als Futterplatz für Vögel genutzt werden (mehr zum Thema Vögel füttern im Winter).

Auf einem Baumstumpf steht eine Laterne, daneben ein Stein und eine Porzellanpuppe.
Baumstümpfe können den Garten mit etwas Kreativität auch verschönern.

Fotos: vrabelpeter1 @Fotolia; yatcenko @Fotolia; aporeiter @Fotolia; reimax16 @Fotolia; Lilli @Fotolia

5 Kommentare

  1. Ein Freund von mir ist im Bereich der Baumabtragung aktiv. Er hat mir erzählt, dass für Baumfällung sehr strenge Gesetze gelten. Ich wusste nicht, dass vom 1. März bis zum 30. September in Deutschland ein Baumfällverbot herrscht. Ich finde, dass man die Natur immer schonen sollte, um dauerhafte natürliche Schäden zu vermeiden.

  2. Meine Eltern hat eine Immobilie in Baden gekauft und möchte der Garten bauen lassen. Auf dem Garten gibt es so viele Baumstumpf und vor dem Erdarbeiten möchten wir sie entfernen. Es ist für uns ganz neu, dass vom 1. März bis zum 30. September in Deutschland ein Baumfällverbot herrscht. Wir haben bis jetzt keine Ahnung, wie die Regelung in Österreich läuft, aber wir werden herausfinden.

  3. Sehr nützliche Infos zum Baumfällen. Ich wusste gar nicht, dass man die Bäume auf dem eigenen Privatgrundstück nicht einfach fällen darf. Beim Baumfällen sollte man das Gartenrecht beachten.

  4. Meine Eltern haben ein neues Haus gekauft und nun wollen sie den Garten neu gestalten. Einige Bäume müssen dann leider weg. Sie haben vor, die entsprechenden Bäume von einem Profi fällen zu lassen, um somit die Sicherheitsrisiken zu minimieren.

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