Auch fVielerorts werden die Stürme nicht nur häufiger, sondern auch stärker. Früher Laubfall aufgrund von Trockenheit oder durch Starkregen ist nicht selten. Deshalb sollten Hausbesitzer die Pflege des Daches nicht zu lang herausschieben. Eine Dachrinne, die Ende August frei ist, kann im Spätsommer und im Herbst noch Laub und Regenwasser aufnehmen. Ist die Dachrinne aber bereits voll Moos und Dreck, läuft sie beim ersten Starkregen über. Und Wasser, das an der falschen Stelle die Wand hinunterläuft, richtet über den Winter mehr Schaden an als jeder einzelne Sturm.
Wohin das Wasser läuft, entscheidet sich in vier Metern Höhe
Die Dachrinne hat eine einzige Aufgabe: Sie sammelt das Wasser der gesamten Dachfläche und führt es an einer kontrollierten Stelle nach unten. Bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Dachfläche kommen bei einem kräftigen Sommergewitter mit 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit rund 2.400 Liter zusammen. Diese Menge muss durch zwei oder drei Fallrohre.
Ist eines davon verstopft, sucht sich das Wasser einen anderen Weg. Es läuft über den Rinnenrand, trifft die Fassade, sickert hinter Verkleidungen, sammelt sich am Sockel. Die Schäden zeigen sich selten sofort. Sie tauchen im zweiten oder dritten Jahr auf, als dunkler Fleck im Kellerabgang oder als Putz, der sich am Sockel abschieben lässt.
Der Gießkannentest verrät mehr als jeder Blick von unten
Von unten sieht jede Rinne ordentlich aus. Der einfachste Funktionstest kostet zehn Minuten: Füllen Sie am oberen Ende der Rinne eine volle Gießkanne ein und beobachten Sie, was am Fallrohrauslass unten ankommt. Kommt das Wasser zügig und in einem Schwall, ist der Weg frei. Tröpfelt es nur oder dauert es spürbar, sitzt weiter oben etwas.
Achten Sie beim Einfüllen zusätzlich darauf, ob das Wasser gleichmäßig in Richtung Ablauf läuft oder ob es an einer Stelle stehen bleibt. Stehendes Wasser bedeutet, dass sich die Rinne gesenkt hat oder eine Halterung nachgegeben hat. Beides lässt sich im August in einer halben Stunde richten. Im Januar, wenn diese Pfütze zu Eis geworden ist, arbeitet der Frost gegen jede Verbindungsstelle.
Laub, Nadeln und der Irrtum mit dem Laubschutzgitter
Als Faustregel gilt eine Reinigung zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Wer hohe Laubbäume oder Nadelbäume am Grundstück hat, kommt mit zwei Terminen nicht aus. Kiefernadeln sind das eigentliche Problem: Sie sind kurz, schwer und rutschen durch Gitter hindurch, die Laub zuverlässig abhalten.
Ein Laubschutzgitter nimmt Ihnen die Arbeit deshalb nicht ab, es verlagert sie. Statt in der Rinne sammelt sich das Material auf dem Gitter, und wenn es dort zu einer feuchten Matte zusammenbackt, fließt das Wasser vorn über die Kante. Wer ein Gitter einbaut, sollte es einmal im Jahr abnehmen und darunter nachsehen. Das dauert weniger lang als eine komplette Reinigung, ersetzt sie aber nicht dauerhaft.
Der Sockel erzählt, was die Rinne verschweigt
Manchmal ist der Blick nach unten aufschlussreicher als der nach oben. Gehen Sie einmal um das Haus und schauen Sie sich die untersten 40 Zentimeter der Fassade an. Ein grüner Film, abgeplatzter Sockelputz, ausgespülter Kies oder eine Fuge, in der sich Moos festgesetzt hat: Das sind Spuren von Wasser, das immer wieder an derselben Stelle ankommt.
Die untersten 40 Zentimeter der Fassade sind das ehrlichste Protokoll der letzten Regenmonate. Grüner Film und abgeschobener Putz stehen fast immer für Wasser, das immer wieder an derselben Stelle ankommt.
Besonders verräterisch ist die Zone direkt unter dem Fallrohrauslass. Spritzt das Wasser dort auf Beton oder Platten, verteilt es sich in einem Radius von etwa einem halben Meter zurück auf die Wand. Eine flache Spritzschutzplatte oder ein Kiesbett unter dem Auslass fängt diesen Rückprall ab. Der Auslass selbst sollte das Wasser mindestens ein bis zwei Meter vom Haus wegführen, bevor es versickert.
Ebenso wichtig ist das Gefälle rund um das Haus. Fällt das Kiesbett oder das Plattenbett zur Wand hin ab statt von ihr weg, leiten Sie bei jedem Regen Wasser genau dorthin, wo es nicht hin soll. Diese Korrektur kostet ein paar Schaufeln Kies und einen Nachmittag.
Was Sie nach jedem Starkregen sehen können, sonst nie
Der beste Zeitpunkt für eine Kontrolle ist der Moment, in dem es kräftig regnet. Nur dann sieht man, wo das Wasser tatsächlich hinläuft. Ziehen Sie eine Regenjacke an und gehen Sie einmal um das Haus, während es schüttet. Überlaufende Stellen an der Rinne, ein Fallrohr, das oben spritzt, eine Fensterbank, an der das Wasser seitlich an die Wand läuft statt vorn abzutropfen: All das ist bei trockenem Wetter unsichtbar.
Markieren Sie diese Stellen mit einem Stück Kreide oder machen Sie ein Foto mit dem Handy. Wenn es wieder trocken ist, wissen Sie genau, wo Sie ansetzen müssen, statt auf Verdacht die ganze Rinne zu reinigen.
Wann die Leiter besser stehen bleibt
Bis zur Traufhöhe eines eingeschossigen Anbaus oder einer Garage lässt sich mit einer stabil aufgestellten Anlegeleiter und einer zweiten Person am Fuß gut arbeiten. Handschuhe, Eimer, ein kleiner Handschaufel-Aufsatz und ein Gartenschlauch zum Nachspülen reichen als Ausrüstung.
Ab dem zweiten Geschoss verschiebt sich das Verhältnis von Aufwand und Risiko deutlich. Für 150 bis 200 Euro kommt bei einem normalen Einfamilienhaus ein geschulter Blick auf Halterungen und Nähte mit dazu.
Bei einem zweigeschossigen Haus, bei nassem oder moosigem Untergrund und bei allem, was ein Hinauslehnen erfordert, endet der sinnvolle Eigenanteil. Ein Dachdeckerbetrieb reinigt die Rinne eines normalen Einfamilienhauses für ungefähr 150 bis 200 Euro, bei mehrgeschossigen Gebäuden entsprechend mehr. Der eigentliche Wert dieser Beauftragung liegt weniger in der Reinigung als im geschulten Blick: Haarrisse in Verbindungsstellen, lose Halterungen und schadhafte Anschlüsse fallen einem Fachmann auf, bevor sie zu Feuchteschäden werden.
Der August ist die letzte entspannte Gelegenheit
Der Vorteil dieses Zeitpunkts liegt im Wetter. Die Rinne ist trocken, der Untergrund ist fest, die Tage sind lang, und wenn Sie eine defekte Halterung oder eine undichte Naht entdecken, haben Sie noch Wochen Zeit, einen Handwerkertermin zu bekommen. Ab Oktober sind die Betriebe ausgebucht, und jede Reparatur findet unter Zeitdruck statt.
Wer die Runde einmal gemacht hat, weiß danach ziemlich genau, wo sein Haus empfindlich ist. Beim nächsten Mal dauert dieselbe Kontrolle keine Stunde mehr, sondern zwanzig Minuten. Und die Sicherheit, dass das Wasser dahin läuft, wo es hin soll, hält deutlich länger als bis zum ersten Herbststurm.
Fotos: Textnetz, Generiert mit KI







