Eine gute Wärmedämmung wirkt in beide Richtungen: Im Winter hält sie die Wärme im Haus, im Sommer die Hitze draußen. Fehlt sie oder ist sie mangelhaft ausgeführt, kühlen die Räume im Winter aus und heizen sich im Sommer auf.
Ob wohlig warm oder angenehm kühl: Dämmung arbeitet in beide Richtungen
Der Grund: Eine Dämmschicht verlangsamt den Wärmestrom durch die Außenflächen des Hauses. Verantwortlich sind die vielen kleinen Luftporen im Dämmstoff. Luft leitet Wärme schlecht, deshalb gleichen sich die Temperaturen zwischen innen und außen nur langsam an, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Für Sie heißt das: Was Sie in die Gebäudehülle investieren, zahlt sich das ganze Jahr über aus.
Unterm Dach ohne Klimaanlage? Das geht!
Am deutlichsten ist der Unterschied unter dem Dach spürbar. Denn Dachziegel heizen sich in der Sonne auf bis zu 80 Grad auf, wie die Energieberatung der Verbraucherzentrale vorrechnet. Über die geneigten Flächen wandert diese Wärme nach innen, und undichte Fugen lassen zusätzlich heiße Luft in die Räume. Deshalb wird es im Dachgeschoss wärmer als in den Zimmern darunter. Eine gedämmte Dachschräge verzögert die Erwärmung und kappt die Temperaturspitzen. Die Räume heizen dadurch langsamer auf und bleiben kühler, was den Einsatz einer Klimaanlage überflüssig machen kann.
Unter dem Dach wird es am heißesten. Eine effektive und fachmännisch umgesetzte Dämmung schafft hier Abhilfe, da sie den Wärmestrom von außen nach innen verringert.
Unterm Dach ohne Klimaanlage? Das geht!
Für eine effiziente Wärmedämmung des Daches stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Zwischen die Sparren passen Faserdämmstoffe aus Glaswolle, Steinwolle oder Naturfasern. Auf die Sparren gehören Holzfaser- oder druckfeste Hartschaumplatten. Welche Variante zu Ihrem Dach passt, hängt letztlich von Aufbau, Statik und Budget ab. Diese Punkte sollten Sie möglichst früh in der Planung der Dämmung berücksichtigen. Am besten lassen Sie sich von unabhängigen Fachleuten wie der Energieberatung der Verbraucherzentrale beraten, welche Dämmmaßnahme für Sie am sinnvollsten ist..
Der U-Wert und eine Vorgabe, die viele übersehen
Wie gut eine Dämmung funktioniert, zeigt der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient). Er hängt von der Wärmeleitfähigkeit des Materials und der Dicke der Schicht ab und gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil entweicht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Für Dächer gibt es dabei eine klare Vorgabe: Nach dem Gebäudeenergiegesetz müssen Eigentümer eine bislang ungedämmte oberste Geschossdecke oder das Dach so dämmen, dass der U-Wert nicht über 0,24 W/(m²·K) liegt (§ 47 GEG). Nach einem Kauf oder einem Erbfall bleiben dafür zwei Jahre Zeit, gerechnet ab dem Eintrag ins Grundbuch.
Für eine effiziente Wärmedämmung eignen sich Faserdämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle. Diese kommen zwischen die Sparren. Auf die Sparren gehören Holzfaser- oder druckfeste Hartschaumplatten. So wirkt die Dämmung auch gegen Sommerhitze.
Die unsichtbaren Lecks in der Dämmung
Selbst eine dicke Dämmung nützt wenig, wenn sie Lücken hat. Fachleute sprechen von Wärmebrücken: Stellen, an denen mehr Wärme nach außen fließt als in den anderen Bereichen. Typische Kandidaten für Wärmebrücken sind angrenzende Außenwände oder Schornsteine, die durch die Dachfläche stoßen. Im Winter erkennen Sie solche Schwachstellen an kalten Flächen, einem Ziehen in der Luft oder an Kondenswasser auf der Innenseite.
Im Sommer dreht sich der Effekt um: Bleibt eine Fuge in der Dachschräge undicht, drückt an heißen Tagen dort die warme Außenluft herein. Schließen lassen sich solche Lecks nur, solange gebaut wird; achten Sie deshalb auf lückenlos verlegte Dämmschichten und eine luftdichte Ebene auf der Innenseite, rät die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Nachträglich ist es aufwendig, Wärmebrücken sauber zu schließen.
Reihenfolge beachten
Mit Krediten und Zuschüssen beteiligt sich der Staat an den Kosten. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erstattet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 15 Prozent der förderfähigen Kosten für die Dämmung der Gebäudehülle. Ein zusätzlicher Bonus ist möglich, wenn ein Energieberater die Maßnahme vorab in einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufnimmt – er greift allerdings erst oberhalb eines Mindestinvestitionsvolumens und lohnt sich vor allem, wenn mehrere Sanierungsschritte zusammenkommen.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät, die Reihenfolge genau einzuhalten: erst der Vertrag mit dem Fachbetrieb, geschlossen unter der Bedingung einer Förderzusage, dann der Antrag – und erst danach der Beginn der Arbeiten. Wer die Handwerker vorher anrücken lässt, verliert den Zuschuss. Bei einer Dachdämmung geht es dabei schnell um mehrere Tausend Euro.
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können 15 Prozent der förderfähigen Kosten für die Dämmung der Gebäudehülle erstattet werden. Nimmt ein Energieberater die Maßnahme vorher in einen Sanierungsfahrplan auf, steigt der Zuschuss auf 20 Prozent.
Für jede Ausgangslage der richtige Ansatz
Wo Sie ansetzen, hängt davon ab, ob Sie neu bauen, modernisieren oder einen Bestand sanieren. Das bauphysikalische Prinzip bleibt gleich, doch der günstigste Zeitpunkt und die richtige Reihenfolge unterscheiden sich. Wenn Sie neu bauen, fallen alle Entscheidungen am Reißbrett. Legen Sie den U-Wert für das Dach von vornherein unter die gesetzliche Grenze von 0,24 W/(m²·K). Beim frischen Aufbau gelingt das mit geringem Aufwand. Klären Sie früh, ob die Dämmung zwischen die Sparren wandert oder als durchgehende Lage auf die Sparren kommt, denn davon hängt der gesamte Dachaufbau ab. Und lassen Sie die luftdichte Ebene auf der Innenseite von Anfang an sauber einplanen, weil sie sich nur während des Baus lückenlos herstellen lässt. Wenn Sie modernisieren und ohnehin am Dach arbeiten, nutzen Sie genau diesen Moment. Steht das Dach für eine neue Eindeckung von außen offen, bietet sich eine durchgehende Dämmung auf den Sparren an. Bleibt es beim Innenausbau, kommt die Dämmung zwischen die Sparren. Verbinden Sie die Dämmung mit den ohnehin anstehenden Arbeiten, dann sparen Sie Mühen und Kosten. Wenn Sie ein Bestandsgebäude sanieren, verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über die Schwachstellen. Achten Sie im Winter auf kalte Flächen, ein Ziehen in der Luft oder Kondenswasser an der Innenseite. Sie sind Anzeichen für Wärmebrücken, die eine Dämmung später auffangen muss. Haben Sie das Haus gerade gekauft oder geerbt und ist die oberste Geschossdecke noch ungedämmt, läuft Ihre Zwei-Jahres-Frist bereits ab dem Eintrag ins Grundbuch. Planen Sie die Dämmung deshalb gleich in die ersten Schritte nach dem Einzug ein und stellen Sie den Förderantrag, bevor Sie den ersten Handwerker beauftragen.
Der beste Zeitpunkt für eine gute Dämmung ist die Planungsphase
Das bedeutet: Wenn Sie die Dämmstärke, die U-Werte und die Notwendigkeit einer lückenlosen Abdichtung von Anfang an im Blick haben, können Sie das Maximum an Förderung herausholen und sparen sich teures Nachbessern. Denken Sie über das Dach hinaus und beziehen Sie gleich alle Außenwände mit ein. Dann bleibt es im Winter in allen Räumen gleichmäßig warm, und im Sommer heizt das Haus weniger stark auf. Welche Maßnahmen sich für Ihr Haus wirklich rechnen, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentrale unabhängig von Herstellern und Anbietern. Ergänzende Infos gibt es unter verbraucherzentrale-energieberatung.de.
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