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Gut gemeint, aber auch sinnvoll? 10 Energiespar-Regeln auf dem Prüfstand

Bauen und Wohnen, Modernisierung & Sanierung, Advertorial

Rund ums Energiesparen gibt es viele Ratschläge und Annahmen, die uns seit Jahren begleiten. Einige haben wir schon von unseren Eltern übernommen, die oft gute Gründe dafür hatten. Doch Bausubstanz, Material und Technik haben sich in den vergangenen Jahrzehnten teils deutlich verändert: Moderne Fenster schließen heute dichter als früher, Heizungen arbeiten effizienter und neue Technologien eröffnen andere, sparsamere Möglichkeiten. Was sich lange bewährt hat, ist deshalb nicht unter allen Bedingungen die beste Lösung.

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, warum manche Energiespartipps bei Ihnen zu Hause nicht so recht zu funktionieren scheinen. Das liegt nicht unbedingt an der Umsetzung: Ob eine Maßnahme tatsächlich Energie spart – und wie viel – hängt nämlich von einem Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Faktoren ab. Zeit, zehn bekannte Faustregeln mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

1. „Kurzes, kräftiges Stoßlüften ist immer besser als Kipplüften“

Beim Lüften im Winter geht wertvolle Heizwärme verloren. Um möglichst wenig Energie zu verschwenden, sollten die Fenster lieber kurz weit geöffnet werden, statt sie gekippt zu halten. Diesen Ratschlag haben Sie vermutlich schon oft gehört und er ist grundsätzlich richtig, da Stoßlüften die feuchte, verbrauchte Luft schnell austauscht, ohne Wände oder Möbel stark auszukühlen.

Zwei Frauen im Wohnzimmer, eine von ihnen öffnet das Fenster zum Lüften
Fenster auf Kipp oder lieber weit öffnen? Während der Heizperiode ist Stoßlüften die energiesparendere Wahl. Doch in manchen Situationen hat Kipplüften seine Berechtigung – etwa zum Kühlen von Räumen oder um Restfeuchtigkeit loszuwerden.

Trotzdem ist das gekippte Fenster nicht in jeder Situation die schlechtere Wahl. Im Sommer z. B., wenn es draußen kühler als drinnen ist, senken Sie mit längerem Kipplüften in den Abend- und Nachtstunden die Raumtemperatur. So lässt sich der Einsatz einer Klimaanlage reduzieren oder ganz vermeiden.

Auch im Badezimmer kann nach dem Duschen das Kipplüften sinnvoll sein. Denn nicht nur die Raumluft ist feucht, auch Handtücher, Fugen und andere Oberflächen nehmen Feuchtigkeit auf, die sie anschließend langsam wieder abgeben. Ein kurzer Luftaustausch durch Stoßlüften beseitigt zunächst die feuchte Raumluft, aber nicht die gesamte gespeicherte Feuchtigkeit. Hier hilft es, das Fenster anschließend noch eine Weile gekippt zu lassen.

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Praxistipp

Ein Hygrometer zeigt Ihnen die relative Luftfeuchtigkeit an. Liegt sie längere Zeit dauerhaft über 70 Prozent, lohnt es sich, das Lüftungsverhalten zu überprüfen. Ob der Wert problematisch ist, hängt auch von der Temperatur und dem Zustand der Außenwände ab.

2. „Nur einen Raum zu heizen ist am effizientesten“

Im Winter heizen Sie wahrscheinlich vor allem das Wohnzimmer, in dem Sie sich die meiste Zeit aufhalten. Im Gästezimmer und im Arbeitszimmer bleiben die Heizkörper dagegen aus. Schließlich möchten Sie Heizenergie sparen – und warum sollten Sie Räume beheizen, die Sie kaum nutzen?

Der Gedanke ist durchaus richtig: Je niedriger die Temperatur in einem Raum ist, desto weniger Wärme geht nach draußen verloren. Die Heizung muss entsprechend weniger Energie aufwenden. Allerdings bleibt die Wärme nicht auf das Wohnzimmer beschränkt. Über Innenwände und offene Türen gelangt sie auch in die kühleren Nachbarräume. Das Wohnzimmer muss dann wiederum stärker beheizt werden, um die gewünschte Temperatur zu halten.

Deshalb ist es sinnvoll, die Raumtemperaturen an die tatsächliche Nutzung anzupassen, statt nur einen einzigen Raum zu beheizen. Das Wohnzimmer darf angenehm warm sein, während Sie die Heizung im Schlafzimmer oder Gästezimmer niedriger einstellen. So vermeiden Sie unnötige Wärmeverluste, ohne die übrigen Räume vollständig auskühlen zu lassen.

Dass wenig genutzte Räume nicht zu stark auskühlen sollten, hat noch einen weiteren Grund: die Schimmelgefahr. Strömt warme, feuchte Luft aus dem Wohnzimmer in ein deutlich kälteres Zimmer, kann sich an dessen kühlen Wandoberflächen Feuchtigkeit niederschlagen. Unter ungünstigen Bedingungen bildet sich Schimmel. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, auch weniger genutzte Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode in der Regel auf mindestens 18 Grad zu temperieren. Wie viel Wärme nötig ist, hängt vom Gebäudezustand und der Luftfeuchtigkeit ab.

Orientierung: Welche Raumtemperaturen empfiehlt die Energieberatung der Verbraucherzentrale?

RaumEmpfehlung
Wohnzimmer19–21 °C
Küche19–21 °C
Schlafzimmer18 °C
Badezimmer21–23 °C
Wenig genutzte RäumeNicht unter 16 °C
Quelle: Energieberatung der Verbraucherzentrale, Informationsflyer „Gesundes Raumklima“, Oktober 2022.

3. „Weniger heizen, um Energie zu sparen, bedeutet automatisch Frieren“

Sie sitzen auf dem Sofa, das Thermometer zeigt innen 20 Grad, und trotzdem frösteln Sie? Da ist die Heizung schnell höher gedreht. Wer Heizenergie sparen will, muss also wohl oder übel frieren? Keineswegs. Denn wie warm wir einen Raum empfinden, hängt nicht allein von der Lufttemperatur ab.

Frau mit Mütze, Wollsocken und Decke sitzt mit einer Tasse auf dem Sofa und friert
Wie behaglich das Zuhause ist, hängt nicht allein von der Temperatur auf dem Thermometer ab. Auch kalte Fenster, Außenwände und Zugluft beeinflussen unser Wärmeempfinden – und verleiten dazu, die Heizung unnötig höher zu drehen.

Wenn Sie schnell frieren, spielen möglicherweise die Oberflächen um Sie herum eine Rolle. Eine kalte Außenwand oder eine schlecht isolierende Fensterscheibe können dazu führen, dass sich ausreichend warme Raumluft trotzdem kühl anfühlt. Statt die Heizung höher zu drehen, hilft es daher manchmal schon, unangenehme Zugluft zu beseitigen oder einen Heizkörper freizuräumen, der hinter einem schweren Vorhang oder einem großen Sofa verborgen ist. Bei dauerhaft sehr kalten Wandoberflächen sind dagegen eher bauliche Verbesserungen erforderlich.

Dass sich selbst kleine Temperaturunterschiede lohnen, zeigt eine Faustregel der Energieberatung der Verbraucherzentrale: Ein Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Heizenergieverbrauch um ungefähr sechs Prozent. Die tatsächliche Einsparung hängt aber letztlich vom Gebäude und der Heizungsanlage ab.

Wenn Sie die Ursachen für unangenehme Kälte beseitigen, fühlen Sie sich unter Umständen schon bei einer niedrigeren Lufttemperatur wohl.

4. „Die Heizung auf fünf macht den Raum schneller und effizienter warm“

Nach einem langen Winterspaziergang kommen Sie nach Hause, und das Wohnzimmer ist noch sehr kühl. Vielleicht drehen Sie den Thermostatkopf dann ganz auf, damit es schneller warm wird. Beim klassischen Heizkörperthermostat funktioniert die schnelle Wärme allerdings anders.

Die folgenden Zahlen stehen für ungefähre Zieltemperaturen. Stufe drei entspricht bei vielen Modellen etwa 20 Grad, Stufe fünf ungefähr 28 Grad. Über ein Ventil regelt das Thermostat, wie viel Heizwasser durch den Heizkörper fließt. Sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, reduziert es den Durchfluss.

Drehen Sie den Thermostatkopf auf fünf, wird der Raum deshalb normalerweise nicht schneller warm. Stattdessen bleibt das Ventil länger geöffnet, weil eine höhere Zieltemperatur eingestellt ist. Vergessen Sie später, den Thermostat zurückzudrehen, heizen Sie den Raum womöglich stärker auf als nötig. Genau das kostet zusätzliche Heizenergie. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, direkt die gewünschte Temperatur zu wählen.

Was die Zahlen am Thermostat wirklich bedeuten

StufeUngefähre Zieltemperatur
112 °C
216 °C
320 °C
424 °C
528 °C
Bitte beachten Sie: Die tatsächlichen Temperaturen können je nach Thermostat und Einbausituation abweichen.
Quelle: Energieberatung der Verbraucherzentrale, „Energie sparen im Haushalt“ und Pressemitteilung „Heizen optimieren“ vom 30. Mai 2022.

Sind Sie regelmäßig zu bestimmten Zeiten außer Haus, erleichtern programmierbare Thermostate das Energiesparen. Sie senken die Temperatur während Ihrer Abwesenheit und erhöhen sie rechtzeitig vor der Rückkehr. Bei Wärmepumpen und trägen Fußbodenheizungen sind dagegen kleinere, gleichmäßigere Anpassungen häufig sinnvoller als ein starkes tägliches Auf und Ab.

5. „Undichte Fenster müssen komplett ausgetauscht werden“

Zieht es bei Ihnen am Fenster oder lässt sich ein Flügel nur mit Mühe schließen? Dann liegt der Gedanke an neue Fenster nahe. Doch nicht jedes undichte Fenster muss ersetzt werden.

Älterer Mann prüft die Dichtung eines alten Holzfensters
Zugluft, Wärmeverluste, hohe Heizkosten: Alte Fenster können echte Energiefresser sein. Doch bevor Sie sie komplett austauschen, lohnt sich eine Prüfung. In manchen Fällen reichen auch neue Dichtungen oder richtig eingestellte Beschläge, um Heizenergie zu sparen.

Mit der Zeit werden Dichtungen spröde, Beschläge verstellen sich oder Fensterflügel liegen nicht mehr richtig am Rahmen an. Oft verbessert bereits eine Wartung die Dichtheit. Neue Dichtungsprofile oder korrekt eingestellte Beschläge verhindern, dass ständig kalte Außenluft einströmt.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen undichten Fugen und einer energetisch veralteten Verglasung. Eine neue Dichtung behebt keine schlechte Wärmedämmung der Scheiben. Moderne Wärmeschutzverglasungen lassen deutlich weniger Wärme entweichen als ältere Isolierglasscheiben.

Sind Rahmen und Beschläge noch in gutem Zustand, reichen gezielte Verbesserungen möglicherweise aus. Bei sehr alten Fenstern mit schlechter Verglasung spricht dagegen vieles für einen Austausch.

Bedenken Sie dabei auch den Luftaustausch im Haus. Ältere Fenster ließen häufig selbst im geschlossenen Zustand Außenluft durch. Moderne Modelle schließen wesentlich dichter und sparen so Heizenergie. Nach einem Austausch müssen Sie deshalb möglicherweise anders lüften, damit sich keine Feuchtigkeit in den Räumen sammelt.

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Praxistipp

Prüfen Sie, ob Ihre Fensterflügel sauber schließen und die Dichtungen noch elastisch sind. Bei schwergängigen Beschlägen oder spürbarer Zugluft hilft oft ein Fachbetrieb mit überschaubarem Aufwand.

6. „Wärmepumpen sind nur etwas für Neubauten“

Fußbodenheizung, gut gedämmte Wände und moderne Haustechnik: So stellen sich viele Menschen das ideale Zuhause für eine Wärmepumpe vor. Vielleicht haben Sie deshalb einen Heizungstausch bisher ausgeschlossen, weil Ihr Haus schon einige Jahrzehnte alt ist. Doch auch ältere Gebäude bieten oft gute Voraussetzungen, selbst mit klassischen Heizkörpern.

Wichtig ist die Vorlauftemperatur. Sie beschreibt, wie warm das Heizungswasser sein muss, bevor es durch Heizkörper oder Fußbodenheizung fließt. Je niedriger diese Temperatur sein darf, desto weniger Strom benötigt die Wärmepumpe, um die erforderliche Heizwärme bereitzustellen. Deshalb ist nicht allein das Alter des Hauses entscheidend, sondern vor allem die Frage, mit welchen Heizwassertemperaturen die Räume ausreichend warm werden.

Ein älteres Haus benötigt unter Umständen höhere Temperaturen, weil mehr Wärme nach außen verloren geht oder die Heizkörper kleiner dimensioniert sind. Das macht eine Wärmepumpe aber nicht automatisch ungeeignet.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt als grobe Orientierung eine Vorlauftemperatur von unter 55 Grad Celsius. Oft genügen gezielte Verbesserungen, etwa der Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper oder eine optimierte Wärmeverteilung.

Vielleicht arbeitet auch Ihre vorhandene Heizung mit höheren Temperaturen als nötig. Werden diese fachgerecht abgesenkt, sinkt unter Umständen bereits mit der bestehenden Anlage der Energieverbrauch.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die benötigte Menge Heizwasser erhält. Dadurch lassen sich unnötig hohe Vorlauftemperaturen und eine ungünstige Wärmeverteilung vermeiden. Je nach Ausgangszustand kann das den Energieverbrauch der Heizungsanlage senken.

Wärmepumpe im Altbau: Drei Fragen vor dem Heizungstausch

PrüfpunktDas sollten Sie abklären
VorlauftemperaturWerden alle Räume auch dann ausreichend warm, wenn die Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizung abgesenkt wird?
HeizkörperSind einzelne Heizkörper zu klein oder wird die Wärme im Haus ungleichmäßig verteilt?
WärmebedarfIst der tatsächliche Wärmebedarf Ihres Hauses bekannt – statt nur die Leistung des bisherigen Heizkessels?
Hinweis: Die Fragen dienen der Vorbereitung auf eine Energieberatung oder Heizungsplanung. Die Vorlauftemperatur sollte nur kontrolliert und passend zur vorhandenen Anlage abgesenkt werden.

Nicht das Baujahr entscheidet also über die Eignung einer Wärmepumpe, sondern der Wärmebedarf Ihres Hauses und die erforderlichen Heizwassertemperaturen.

7. „Kühlen mit der Wärmepumpe kostet viel Strom“

Eine Wärmepumpe verbinden Sie vermutlich vor allem mit dem Heizen im Winter. Manche Anlagen lassen sich jedoch auch im Sommer zum Kühlen nutzen. Das kann durchaus beim Energiesparen helfen. Aber: Es hängt davon ab, wie die Kühlung funktioniert bzw. welche Art des Kühlens genutzt wird.

Außengerät einer Wärmepumpe an einer Klinkerwand im sommerlichen Garten
Bei Hitze kann eine Wärmepumpe für angenehmere Temperaturen im Haus sorgen, denn manche Anlagen lassen sich auch zum Kühlen nutzen. Besonders wenig Strom benötigt die passive Kühlung, die die natürliche Kühle des Erdreichs oder Grundwassers nutzt.

Beim aktiven Kühlen kehrt eine entsprechend ausgestattete Wärmepumpe ihren technischen Kreislauf um, d.h. sie entzieht den Innenräumen Wärme und gibt diese an die Umgebung ab. Dafür benötigt sie zusätzlich Strom.

Beim passiven Kühlen wird dagegen die vergleichsweise niedrige Temperatur des Erdreichs oder Grundwassers genutzt. Diese Möglichkeit bieten bestimmte Erd- oder Grundwasserwärmepumpen. Ihr energieintensiver Verdichter bleibt dabei ausgeschaltet; Strom benötigen weiterhin die Umwälzpumpen und die Regelungstechnik.

Passive Kühlung kommt also mit deutlich geringerem Energieaufwand aus als aktive Kühlung. Voraussetzung sind eine geeignete Anlage und passende Wärmeübertragungsflächen. Klassische Heizkörper eignen sich dafür meist nur eingeschränkt.

Wenn Sie eine Wärmepumpe planen, sollten Sie die gewünschte Kühlfunktion frühzeitig berücksichtigen. Bei einer vorhandenen Anlage muss zunächst geklärt werden, ob sie technisch dafür ausgelegt ist.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung: Kühlen spart nicht automatisch Energie. Jede technische Kühlung benötigt zusätzlichen Strom. Eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion erspart unter geeigneten Bedingungen jedoch die Anschaffung und den Betrieb einer separaten Klimaanlage, was vor dem Hintergrund der sich wandelnden klimatischen Bedingungen eine Überlegung wert ist.

8. „Wenn niemand zu Hause ist, verbraucht der Haushalt praktisch keinen Strom“

Die Koffer stehen im Flur, die Blumen sind versorgt, alle Fenster geschlossen. Jetzt noch das Licht ausschalten und ab in den Urlaub. Doch während Sie unterwegs sind, macht der Stromzähler keine Ferien.

Der Kühlschrank kühlt weiter, der Router hält die Internetverbindung aufrecht, manche Geräte warten im Standby-Modus. Auch eine elektrische Warmwasserbereitung oder eine Zirkulationspumpe verbraucht unter Umständen Energie, obwohl niemand warmes Wasser benötigt.

Gerade längere Abwesenheiten bieten deshalb eine gute Gelegenheit, unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Dafür müssen Sie keineswegs das gesamte Haus vom Netz nehmen.

Vor einer längeren Reise lohnt sich deshalb ein kurzer Rundgang durch die Wohnung. Welche Geräte müssen tatsächlich weiterlaufen, welche lassen sich vollständig ausschalten? Bei Kühlgeräten, vernetzter Haustechnik und Warmwasseranlagen sind dabei einige Besonderheiten zu beachten.

Fünf Minuten vor dem Urlaub: Der Strom-Check

GerätWas Sie tun können
UnterhaltungselektronikFernseher, Spielekonsolen und andere ungenutzte Geräte vollständig ausschalten oder vom Netz trennen.
KühlgeräteLeere Kühl- und Gefriergeräte bei längerer Abwesenheit abtauen, ausschalten und die Türen offen lassen.
Router und NetzwerkgerätePrüfen, ob die Verbindung für eine Alarmanlage oder andere Smart-Home-Funktionen gebraucht wird, ansonsten ausschalten.
Heizung und WarmwasserGeeignete Urlaubsprogramme aktivieren. Bei Warmwasseranlagen die Hygieneanforderungen, bei der Heizung den Frost- und Feuchteschutz beachten.
Weitere DauerverbraucherLadegeräte und andere unnötig laufende Geräte kontrollieren.

Mit einem Strommessgerät finden Sie außerdem heraus, wie viel Energie einzelne Geräte tatsächlich verbrauchen. So erkennen Sie besonders auffällige Dauerverbraucher.

9. „Stromsparboxen oder Energy Saver senken den Stromverbrauch deutlich“

Vielleicht sind Ihnen solche Angebote im Internet schon begegnet: Ein kleines Gerät, kaum größer als ein Ladeadapter, soll den Stromverbrauch des gesamten Haushalts erheblich reduzieren: Einfach in die Steckdose stecken, und schon arbeitet angeblich das Stromnetz im Haus effizienter. Das klingt verlockend, weil Sie weder auf Komfort verzichten noch Ihre Gewohnheiten ändern müssten.

Häufig werden die Produkte als Stromsparboxen oder Energy Saver angeboten. Ihre Anbieter werben teilweise mit angeblich verbesserter Stromqualität oder der Reduzierung sogenannter Blindleistung.

Blindleistung entsteht bei bestimmten elektrischen Geräten durch das Zusammenspiel von Strom und Spannung. Sie belastet unter Umständen das Stromnetz, wird bei normalen Privathaushalten aber üblicherweise nicht gesondert abgerechnet. Ihre vermeintliche Reduzierung führt deshalb nicht automatisch zu weniger verbrauchten Kilowattstunden.

Fakt ist, dass die beworbenen Stromsparboxen nicht die versprochenen Einsparungen bringen. Eher fressen die Kontrollleuchten sogar noch zusätzlich Strom.

Wirksame technische Lösungen setzen dagegen an einem konkreten Verbrauch an. Ein effizienter Kühlschrank, moderne LED-Beleuchtung oder eine sinnvoll eingestellte Heizungssteuerung reduzieren tatsächlich den Energiebedarf.

Wenn Sie Ihren Stromverbrauch senken möchten, beginnen Sie deshalb am besten mit einer Messung. Erst wenn Sie auffällige Verbraucher kennen, lässt sich entscheiden, ob eine andere Einstellung, konsequentes Abschalten oder ein effizienteres Gerät sinnvoll ist. Die Energieberatung der Verbraucherzentralen bietet Strommessgeräte zum Ausleihen an. Notieren Sie Ihren Verbrauch mittels Checkliste und analysieren Sie anschließend im Rahmen einer kostenfreien Beratung, Ihren Verbrauch und planen Sie individuelle Einsparmaßnahmen.

10. „Eine Energieberatung will mir nur etwas verkaufen“

Neue Fenster, eine andere Heizung, eine bessere Regelungstechnik: Wenn Sie im eigenen Haus Energie sparen möchten, stehen Sie früher oder später vor größeren Entscheidungen. Vielleicht zögern Sie, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, weil Sie befürchten, dass Ihnen vor allem teure Produkte empfohlen werden.

Allerdings verfolgen nicht alle Beratungsangebote dasselbe Ziel. Wer eine Heizungsanlage verkauft, berät naturgemäß auch über die eigenen Produkte. Eine unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale untersucht dagegen zunächst, wo Ihr Gebäude Energie benötigt, welche Verluste auftreten und welche Verbesserungen sinnvoll sind.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet dafür verschiedene Beratungsformate an. Dabei werden beispielsweise der Zustand des Gebäudes, die Heizungsanlage, das Lüftungsverhalten oder der Stromverbrauch betrachtet.

Gut vorbereitet in die Energieberatung der Verbraucherzentrale

Diese vier Fragen helfen Ihnen, Empfehlungen besser einzuordnen:

  1. Wo verliert mein Haus tatsächlich am meisten Energie?
  2. Welche Verbesserungen sind ohne größere Investition möglich?
  3. Welche Maßnahme spart voraussichtlich wie viele Kilowattstunden pro Jahr?
  4. Welche Maßnahmen sollten aufeinander abgestimmt werden, damit spätere Arbeiten nicht doppelt anfallen?

Hilfreich für Ihren Termin: Heizenergieabrechnungen, bekannte Verbrauchswerte und Angaben zur vorhandenen Heizungsanlage.

Eine gute Beratung liefert Ihnen keine möglichst lange Einkaufsliste, sondern eine nachvollziehbare Grundlage für die nächsten Entscheidungen.

Gute Gewohnheiten dürfen sich weiterentwickeln

Wenn Sie zu Hause Energie sparen möchten, müssen Sie nicht gleich die Heizung austauschen oder neue Fenster einbauen lassen. Oft beginnt es mit einer einfachen Frage: Wo wird tatsächlich unnötig Energie verbraucht? Ein Strommessgerät, ein Hygrometer oder die Überprüfung der Heizungsregelung helfen, erste Antworten zu finden.

Und wenn größere Maßnahmen anstehen, lohnt sich eine unabhängige Beratung. Der beste Tipp ist nicht der bekannteste, sondern derjenige, der zu Ihrem Zuhause passt.

Bildnachweis: txn/vzbv/AdobeStock_StudioRomantic, txn/vzbv/KI, Textnetz – generiert mit KI

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