Kaum eine Anschaffung im Jahr wird so aus dem Bauch heraus getroffen wie der Weihnachtsbaum. Man steht zwischen zweihundert eingenetzten Tannen, es ist kalt, und nach fünf Minuten zeigt jemand auf einen Baum, der von vorn gut aussieht. Zu Hause stellt sich dann heraus, dass er hinten eine Lücke hat, zu breit für die Ecke ist oder schon am 27. Dezember nadelt. Ein paar Handgriffe im Vorfeld ersparen diese Reihenfolge.

Die Nordmanntanne ist beliebt, aber nicht immer die richtige Wahl

Gut 70 Prozent der Bundesbürger entscheiden sich zum Fest für eine Nordmanntanne, vor allem wegen ihrer weichen Nadeln, der guten Haltbarkeit selbst in stark beheizten Räumen und des gleichmäßigen Wuchses. Für Haushalte mit kleinen Kindern und für warme Wohnzimmer ist das die praktischste Entscheidung.

Wenn Duft und Preis wichtiger sind als Haltbarkeit, kommen andere Arten infrage, etwa die Nobilistanne, die Rotfichte oder verschiedene Kiefern. Die Fichte duftet deutlich intensiver, nadelt in warmen Räumen aber schneller und ist dafür erheblich günstiger. Wer den Baum erst am 23. Dezember aufstellt und am 27. wieder hinausträgt, kann diesen Unterschied gut aushalten.

Beim Preis liefert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine Orientierung: Eine Nordmanntanne in ausgesuchter Qualität liegt bei etwa 18 bis 25 Euro je laufendem Meter, schlechtere Qualitäten sind günstiger. Ein gleichmäßig gewachsener Zweimeterbaum kostet also deutlich mehr als ein unsymmetrischer von einem Meter, und regionale Wetterereignisse wie Trockenheit oder Spätfröste bewegen die Preise zusätzlich.

Frische erkennt man in dreißig Sekunden

Der wichtigste Test läuft über die Nadeln. Ein frischer Baum hat grüne, biegsame Nadeln, verliert beim leichten Schütteln nur wenige davon, und der Stamm wirkt saftig. Ein feuchter, heller Stammanschnitt und Äste, die nach dem Herunterdrücken zurückfedern, sprechen ebenfalls für kurze Zeit seit dem Schlagen.

Behandschuhte Hand streicht gegen die Wuchsrichtung über einen Tannenzweig auf einem Verkaufsplatz, um beim Weihnachtsbaum kaufen die Frische zu prüfen.

Beim Weihnachtsbaum kaufen sprechen grüne, biegsame Nadeln, ein feuchter Stammanschnitt und zurückfedernde Äste für kurze Zeit seit dem Schlagen. Fallen beim Streichen Nadeln, hat der Baum bereits Wasser verloren.

Fahren Sie zusätzlich mit der Hand gegen die Wuchsrichtung über einen Zweig. Fallen dabei Nadeln, hat der Baum schon Wasser verloren. Bäume, die seit Wochen im Netz an einer Hauswand lehnen, sehen im Netz gut aus und öffnen sich zu Hause enttäuschend.

Messen Sie vor dem Kauf die Raumhöhe und ziehen Sie die Höhe des Ständers und der Spitze ab. Zwanzig Zentimeter Puffer klingen großzügig und sind es selten.

Der Standort entscheidet über die Haltbarkeit

Ein Weihnachtsbaum verdunstet weiter Wasser, auch ohne Wurzeln. Je wärmer und trockener der Raum, desto schneller. Direkt neben einem Heizkörper oder vor einem Kaminofen verliert selbst eine Nordmanntanne nach wenigen Tagen ihre Spannkraft.

Stellen Sie den Baum möglichst weit von Wärmequellen entfernt auf, idealerweise an eine kühlere Innenwand oder in die Nähe eines Fensters, an dem es zieht. Wer die Möglichkeit hat, gewöhnt ihn stufenweise an die Wärme: erst ein oder zwei Tage in der Garage oder auf dem Balkon, dann in den Flur, dann ins Wohnzimmer. Der Übergang von minus zwei auf zweiundzwanzig Grad innerhalb einer Stunde ist der häufigste Grund für frühes Nadeln.

Ein Ständer mit Wasserreservoir ist keine Spielerei

Sägen Sie vor dem Aufstellen zwei bis drei Zentimeter vom Stammende ab, damit die verharzten Leitbahnen wieder Wasser aufnehmen können. Danach gehört der Baum in einen Ständer mit Wassertank.

Wasser wird mit einer Kanne in das Reservoir eines Christbaumständers nachgefüllt.

Ein frisch geschlagener Zweimeterbaum zieht anfangs bis zu einem Liter am Tag. Fällt der Stamm einmal trocken, verharzt er und nimmt kaum noch Wasser auf.

Der Verbrauch überrascht viele. Ein frisch geschlagener Baum von zwei Metern zieht in den ersten Tagen bis zu einem Liter täglich, danach weniger. Kontrollieren Sie den Wasserstand jeden Morgen, weil ein einmal trocken gefallener Stamm erneut verharzt und danach kaum noch Wasser aufnimmt. Zusätze wie Zucker oder Glyzerin sind nicht nötig, sauberes Wasser reicht.

Sicherheit ist im Dezember kein Randthema

Echte Wachskerzen gehören zur Tradition und sind der Grund, warum die Feuerwehren jedes Jahr im Dezember mehr zu tun haben. Wenn Sie am offenen Licht festhalten, gelten drei Regeln ohne Ausnahme: Kerzen immer unterhalb eines Zweigs anbringen und nie darunter, den Baum nie unbeaufsichtigt brennen lassen und einen Eimer Wasser oder eine Löschdecke in Reichweite haben.

Bei elektrischer Beleuchtung achten Sie auf die CE-Kennzeichnung und darauf, dass Innenketten nicht draußen und Außenketten mit mindestens IP44 verwendet werden. Mehrfachsteckdosen sollten nicht hintereinandergesteckt werden, und eine Zeitschaltuhr verhindert, dass die Kette nachts durchläuft.

Haushalte mit Katzen sollten den Ständer beschweren oder den Baum mit einer dünnen Schnur an einem Haken in der Wand sichern. Lametta und dünner Glasschmuck gehören dann in die obere Hälfte.

Nach dem Fest zählt der Abholtermin

Die Entsorgung übernehmen in fast allen Kommunen die Stadtreinigung oder der Abfallwirtschaftsbetrieb, meist über feste Sammeltermine im Januar, oft nach Stadtteilen gestaffelt. Die Termine stehen im Abfallkalender oder auf der Website der Stadt, und wer sie verpasst, wartet in manchen Orten bis zum nächsten Sperrmüll.

Mehrere abgeschmückte Tannenbäume liegen im Januar am Straßenrand zur Abholung bereit.

Die Sammeltermine stehen im Abfallkalender und sind oft nach Stadtteilen gestaffelt. Lametta und Drahtreste machen die Bäume für die Verwertung unbrauchbar.

Wichtig ist die Vorbereitung: Der Baum muss vollständig abgeschmückt sein. Lametta, Draht, Kugelreste und Kunstschnee machen ihn für die Kompostierung unbrauchbar. In vielen Städten wird das Sammelgut zu Hackschnitzeln verarbeitet oder in Biomasseanlagen verwertet.

Wer einen Garten hat, kann die Äste als Winterschutz über Staudenbeete legen. Der Stamm eignet sich zerkleinert als Feuerholz für den kommenden Winter, allerdings erst nach ausreichender Trocknung, weil frisches Nadelholz stark rußt. In manchen Regionen nehmen zudem Zoos oder Tierparks Bäume an, allerdings nur unbehandelte und rechtzeitig angemeldete.

Der Baum im Topf ist kein einfacher Kompromiss

Bäume mit Wurzelballen können nach dem Fest weiterwachsen, allerdings unter einer Bedingung: Sie müssen den Winter überstehen. Dafür darf der Baum höchstens sieben bis zehn Tage in der warmen Wohnung stehen, braucht durchgehend feuchte Erde und muss danach schrittweise wieder an die Kälte gewöhnt werden.

Wer den Topfbaum anschließend auspflanzen möchte, sollte vorher wissen, wie groß die Art wird. Eine Nordmanntanne erreicht in Mitteleuropa problemlos zwanzig Meter und mehr, was in einem Reihenhausgarten nach fünfzehn Jahren zu einem eigenen Problem wird.

Ein Baum, der bis Dreikönig hält, war eine gute Wahl

Frisch gekauft, angeschnitten, kühl aufgestellt und täglich gegossen: Mehr braucht es nicht, damit die Nadeln bis zum 6. Januar an den Zweigen bleiben. Und wenn er dann doch nadelt, ist das kein Versäumnis, sondern das Ende eines Baumes, der seine Aufgabe erfüllt hat.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI