Der Wocheneinkauf ist geschafft, die Tüten stehen in der Küche, und jetzt entscheidet sich, wie lange Sie von alldem etwas haben. Ob der Salat schon nach zwei Tagen schlappmacht oder eine Woche durchhält, liegt vor allem am Platz, den er zu Hause bekommt. Lebensmittel richtig zu lagern kostet keine Zeit, nur ein paar neue Handgriffe beim Einräumen. Dafür bleibt mehr Frische im Haus, und es landet weniger in der Tonne.

Der Kühlschrank kühlt nicht überall gleich

Beim Einräumen zählt meist, wo gerade Platz ist. Dabei hat ein Kühlschrank verschiedene Klimazonen, und jede passt zu anderen Lebensmitteln. Oben ist es mit 5 bis 8 Grad am mildesten: der richtige Platz für Käse, Kuchen und abgedeckte Speisen. In der Mitte herrschen rund 5 Grad, hier fühlen sich Joghurt, Quark und Sahne wohl. Am kältesten ist es direkt über dem Gemüsefach, etwa 2 Grad: Dorthin gehören Fleisch, Wurst und frischer Fisch. Diese Zone eignet sich auch gut, um Tiefgekühltes schonend aufzutauen. Das Gemüsefach selbst bleibt mit rund 10 Grad vergleichsweise mild, und in der Tür sind es 10 bis 12 Grad, genug für Getränke, Butter, Eier, Marmelade und Senf.

Drei Grundregeln helfen zusätzlich: Räumen Sie den Kühlschrank nicht zu voll, sonst zirkuliert die kalte Luft schlecht und die Lebensmittel verderben schneller. Decken Sie alles ab oder verpacken Sie es, das schützt vor dem Austrocknen und vor fremden Gerüchen. Und einmal im Monat lohnt ein Wisch mit heißem Essigwasser, damit Keime keine Chance haben.

Geöffneter Kühlschrank mit Lebensmitteln in verschiedenen Fächern
Oben mild, unten eiskalt: Ein Kühlschrank hat für jedes Lebensmittel die passende Zone, man muss sie nur nutzen.

Obst und Gemüse richtig lagern

Für die meisten Sorten ist das Gemüsefach ideal. Als Faustregel gilt: Heimisches Obst wie Äpfel und Birnen mag es kühl, Exoten wie Bananen oder Zitrusfrüchte lieber warm. Ein paar Ausnahmen gibt es, Kiwis und Feigen etwa gehören trotz ihrer Herkunft ins Kühle.

Gut im Gemüsefach aufgehoben sind: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Kiwis, Nektarinen, Pflaumen, Weintrauben, Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Karotten, Kohl, Radieschen, Rosenkohl, Sellerie, Spargel, Spinat und Zuckermais.

Lagern Sie Obst und Gemüse unverpackt und waschen Sie es erst kurz vor dem Verzehr, Feuchtigkeit macht es anfällig für Keime. Bei Karotten und Radieschen kommt das Grün vor der Lagerung ab, es zieht sonst Wasser aus dem Gemüse. Empfindliches Obst drehen Sie hin und wieder, damit sich keine Druckstellen bilden.

Frisches Obst und Gemüse auf einer Küchenarbeitsplatte
Frisch gekauft ist halb gewonnen: Am richtigen Platz halten Salat und Obst mehrere Tage länger durch.

Diese Sorten mögen keine Kälte

Manches wird im Kühlschrank fade, bekommt braune Stellen oder verliert sein Aroma. Bei Zimmertemperatur besser aufgehoben sind: Tomaten, Bananen, Avocados, Ananas, Mango, Papaya, Melonen, Zitrusfrüchte, Granatäpfel, Gurken, Paprika, Zucchini, Auberginen, Kürbis und grüne Bohnen.

Kartoffeln sind ein Sonderfall. Sie mögen es kühl und dunkel, aber nicht so kalt wie im Kühlschrank. Ein trockener, frostfreier Keller- oder Vorratsraum ist ideal, dort halten sie mehrere Wochen. Ohne einen solchen Platz kaufen Sie besser kleinere Mengen. Keimende Knollen und grüne Stellen enthalten das giftige Solanin, schneiden Sie beides großzügig heraus.

Brot bleibt im Küchentuch am längsten frisch

Je mehr Luft ans Brot kommt, desto schneller schimmelt es. Ein ganzer oder halber Laib hält deshalb länger als geschnittene Ware. Wickeln Sie das Brot in ein Küchentuch und legen Sie es in den Brotkasten; den Kasten ab und zu auswischen, weil schon Krümel Schimmel fördern. Bleibt trotzdem zu viel übrig, frieren Sie das Brot ein, am besten vorher in Scheiben geschnitten. So wandert morgens nur so viel in den Toaster, wie Sie brauchen.

Fleisch, Milchprodukte und Eier richtig lagern

Bei tierischen Produkten zählt vor allem eins: die Kühlkette. Kaufen Sie Fleisch und Fisch frisch, bringen Sie beides zügig nach Hause und lagern Sie es in der kältesten Zone über dem Gemüsefach. Nehmen Sie es aus der Verkaufsverpackung und füllen Sie es in eine abgedeckte Schale oder Dose um. Käse schwitzt in Plastikfolie und schimmelt dann schneller; in Butterbrot- oder Käsepapier eingeschlagen bleibt er länger gut.

Milch, Sahne und Joghurt sind licht- und wärmeempfindlich und gehören in die mittlere Zone. Angebrochene Packungen decken Sie ab, sonst nehmen sie Gerüche an. Eier haben eine poröse Schale, durch die Gerüche und Keime eindringen können; im Karton in der Kühlschranktür halten sie bis zu vier Wochen.

Unser Tipp: Der Wassertest für Eier

Legen Sie ein Ei, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, in ein Glas mit kaltem Wasser. Sinkt es zu Boden, können Sie es bedenkenlos verwenden. Steigt es an die Oberfläche, haben sich im Inneren Gase gebildet, dann gehört es in den Müll.

Frische Lebensmittel werden in den Kühlschrank eingeräumt
Empfindliche Frischware gehört in die kälteste Zone direkt über dem Gemüsefach, gut abgedeckt gegen fremde Gerüche.

Reste zügig kühlen und abdecken

Gekochtes hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage, wenn es richtig hineinkommt. Lassen Sie Reste erst abkühlen, füllen Sie sie dann in eine luftdicht verschlossene Dose und stellen Sie diese ins oberste Fach. Die geschlossene Dose schützt vor dem Austrocknen, vor fremden Gerüchen und vor Keimen.

Zwei Personen kochen gemeinsam in einer hellen Küche
Gemeinsam kochen macht Spaß, und gut verpackte Reste schmecken auch am übernächsten Tag noch.

Ein paar neue Handgriffe reichen schon

Niemand merkt sich beim ersten Lesen alle Zonen und Listen, das muss auch nicht sein. Schon drei Umstellungen machen den Unterschied: Tomaten und Brot raus aus dem Kühlschrank, Fleisch nach ganz unten, Reste in die Dose. Der Rest wird mit der Zeit zur Gewohnheit, ganz nebenbei beim Einräumen. Ihr Einkauf hält länger, und der Blick in den Kühlschrank macht wieder mehr Freude.

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