Heizkörper entlüften gehört zu den Handgriffen, die jede Mieterin und jeder Hausbesitzer nach der Sommerpause kennen sollte. Wenn es im Rohr gluckert und die Heizung trotz voller Leistung nur halb warm wird, steckt meist Luft im System und keine defekte Technik.

Der Aufwand ist gering, der Effekt oft sofort spürbar. Wer die Handgriffe einmal kennt, spart sich den Anruf beim Heizungsbauer und bringt die Wärme dorthin, wo sie gebraucht wird.

Woran Sie Luft im Heizkörper erkennen

Das typische Zeichen ist ein Gluckern oder Rauschen im Heizkörper, vor allem beim Aufdrehen des Thermostats. Dazu kommt, dass der Heizkörper oben kalt bleibt und nur im unteren Bereich warm wird. Die Luft sammelt sich nämlich im oberen Teil und verdrängt dort das Heizwasser.

Hand liegt auf der oberen Hälfte eines weißen Heizkörpers unter einem Fenster, um zu prüfen, ob der Heizkörper entlüftet werden muss, im Hintergrund ein Sofa

Bleibt der Heizkörper oben kalt, lohnt es sich, den Heizkörper zu entlüften. Die Handprobe dauert wenige Sekunden und zeigt, wo sich die Luft gesammelt hat.

Auch ein deutlich höherer Verbrauch kann ein Hinweis sein, weil die Heizung länger laufen muss, um den Raum zu erwärmen. Prüfen Sie am besten bei allen Heizkörpern, ob sie gleichmäßig warm werden. Meist ist es nur ein einzelner Heizkörper, der Luft angesammelt hat.

Der Handgriff am Ventil, Schritt für Schritt

Sie benötigen einen Entlüftungsschlüssel, der in jedem Baumarkt wenige Euro kostet, einen Lappen und ein kleines Gefäß. Schalten Sie zuerst die Umwälzpumpe aus, damit sich die Luft im System beruhigt. Drehen Sie dann den Thermostat des Heizkörpers voll auf.

Hand dreht einen Entlüftungsschlüssel am Ventil eines weißen Heizkörpers, darunter ein Tuch und ein Glasgefäß

Eine Vierteldrehung genügt, mehr ist nicht nötig. Sobald Wasser statt Luft kommt, wird das Ventil wieder geschlossen.

Setzen Sie den Schlüssel am Entlüftungsventil an der oberen Seite des Heizkörpers an und drehen Sie ihn vorsichtig eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn. Es zischt, solange Luft entweicht. Sobald Wasser austritt, schließen Sie das Ventil sofort wieder, den Lappen halten Sie dabei unter die Öffnung.

Warum der Wasserdruck danach zählt

Mit der Luft entweicht auch etwas Wasser, und der Druck in der Anlage sinkt. Bei einem typischen Ein- oder Zweifamilienhaus liegt der empfohlene Druck meist zwischen 1,0 und 1,5 bar, den genauen Wert nennt die Anleitung der Heizung. Das Manometer an der Anlage zeigt, ob nachgefüllt werden muss.

Analoges Manometer an einem Heizkessel, die Nadel steht im grünen Bereich, darunter greift eine Hand zum Füllhahn

Nach dem Entlüften lohnt der Blick aufs Manometer. Liegt die Nadel unter dem Sollwert, muss langsam Wasser nachgefüllt werden.

Fällt der Druck unter den Mindestwert, schaltet manche Heizung sogar ab. Das Nachfüllen geschieht über den Füllhahn und sollte langsam und in kleinen Schritten erfolgen. In Mehrfamilienhäusern sprechen Sie vorher mit dem Hausmeister oder der Verwaltung.

Wenn es trotzdem kalt bleibt

Wird der Heizkörper nach dem Entlüften nicht wärmer, liegt die Ursache oft woanders. Ein festsitzendes Thermostatventil, Ablagerungen im Heizkörper oder ein fehlender hydraulischer Abgleich sind häufige Gründe. Bei einem hydraulischen Abgleich stellt der Fachbetrieb die Anlage so ein, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht.

Ist auch nach mehrmaligem Entlüften kein Erfolg in Sicht, lohnt der Anruf beim Heizungsbauer. Wer die einfachen Ursachen vorher ausgeschlossen hat, spart dort Zeit und oft auch Geld.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI