Haben Sie Lust auf Abenteuer, neue Menschen, Sonnenstrahlen und dazu noch Fernweh? Aber Sie werden in der Firma oder im Büro gebraucht und können keinen Urlaub nehmen? Ob Selbstständige oder Angestellte – so geht es vielen. Deshalb hat sich ein neuer Trend entwickelt, der Menschen viel Flexibilität im Arbeitsalltag ermöglicht: Workation oder ganz einfach gesagt, woanders arbeiten. Viele Arbeitgeber sind genauso begeistert von dieser neuen Idee wie ihre Mitarbeiter. Doch was bedeutet Workation genau und worin besteht der Unterschied zu anderen flexiblen Arbeitsmodellen?

Frau sitzt an einem Schreibtisch vor vielen Fenstern und arbeitet lächenlnd an ihrem Laptop. (Workation)

Ob für einige Wochen, Monate oder für Jahre – flexible Arbeitsmodelle, die es ermöglichen, fernab vom Unternehmen zu arbeiten, werden immer beliebter.

Flexibel arbeiten: Remote, Digitale Nomaden und Workation

Die Arbeitswelt hat sich enorm verändert. Die Balance zwischen Beruf und Freizeit rückt immer mehr in den Fokus und flexible Arbeitsmodelle gewinnen an Bedeutung. Insbesondere seit der Pandemie haben viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Vorteile von Remote-Arbeit, digitalem Nomadentum und Workation erkannt. Doch was genau sind die Unterschiede zwischen diesen Arbeitsmodellen, und wie können Sie diese am besten für sich nutzen?

Unterschied zwischen remote arbeiten, Digitalen Nomaden und Workation

Remote-Arbeiten

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Remote-Arbeiten bezieht sich auf eine Arbeitsform, bei der Mitarbeiter von einem beliebigen Ort außerhalb des traditionellen Büros arbeiten können. Dies kann das Zuhause sein, ein lokales Café oder ein Coworking-Space. Der Schlüssel liegt in der Flexibilität des Standorts, während die Struktur der Arbeit oft der eines normalen Bürojobs gleicht.

Digitale Nomaden

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Digitale Nomaden sind oft Freelancer oder Unternehmer, denen es ermöglich ist, von fast jedem Ort der Welt aus zu arbeiten, solange sie eine gute Internetverbindung haben. Sie reisen regelmäßig und arbeiten von verschiedenen Orten aus, wodurch sie Arbeitsleben und Reisen miteinander verbinden können.

Workation

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Workation ist eine Mischform, die es ermöglicht, Arbeit und Urlaub zu kombinieren. Arbeitnehmer verbringen einen Teil ihrer Arbeitszeit an einem Urlaubsort, arbeiten dabei aber vollwertig. Diese Perioden sind meist kürzer und strukturierter als das Leben eines digitalen Nomaden und bieten eine vorübergehende Änderung der Umgebung ohne permanente Reisetätigkeit.

Woanders arbeiten

Workation bietet Ihnen mehrere Vorteile. Erstens kann eine neue Umgebung Ihre Kreativität und Produktivität steigern, indem sie Ihnen frische Perspektiven und Inspiration liefert. Wenn Sie sich in einer reizvollen Umgebung befinden, in der Natur oder in einer beeindruckenden Stadt, werden Sie ausgeglichener und positiver sein als im gewohnten Alltagstrott. Sie werden effizienter arbeiten und innovative Ideen entwickeln.

Die Möglichkeit, Arbeitstage mit Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Wandern oder Kulturangeboten zu verbinden, trägt mit Sicherheit zu Ihrer Zufriedenheit bei. Wenn der Arbeitstag vorbei ist oder eine Pause ansteht, können Sie einfach das Büro verlassen und sich direkt in die Natur oder die Stadt stürzen, um die Freizeit zu genießen. Diese Balance zwischen Arbeit und Freizeit kann dazu beitragen, Burnout zu verhindern. Denn Workation unterstützt die Work-Life-Balance, indem Sie mehr Flexibilität für Erholungsphasen während der Arbeitszeit genießen. Woanders arbeiten vermittelt trotz der anfallenden Arbeitsaufgaben ein Urlaubsfeeling. Denn private Alltagsroutinen wie Putzen, Gartenarbeit oder gesellschaftliche Verpflichtungen fallen für diese Zeit einfach weg. Sie haben die Freiheit, den Arbeitstag so zu gestalten, dass Sie ausreichend Zeit für sich selbst finden. Das kann bedeuten, am Morgen eine Runde joggen zu gehen, mittags eine Stunde zu surfen oder nach der Arbeit an einem lokalen Event teilzunehmen. Diese Flexibilität wird dazu beitragen, Stress abzubauen und die Zufriedenheit im Job zu steigern.

Frau arbeitet am Laptop auf dem Balkon mit einem tollen Aublick. (Workation)

Wer in einer reizvollen Umgebung arbeitet, wird ausgeglichener und positiver sein als im gewohnten Alltagstrott. Das baut Stress ab und vermeidet einen Burnout.

Workation bietet Ihnen zudem die Möglichkeit, andere Kulturen und Menschen kennenzulernen. Wenn Sie an einem neuen Ort arbeiten, werden Sie sich mit Einheimischen austauschen und lokale Bräuche erleben. Dies kann das kulturelle Verständnis vertiefen und neue Kontakte ermöglichen, was sowohl beruflich als auch persönlich bereichernd sein kann.

Contra Workation: Wann und für wen passt es nicht

Workation ist nicht für jeden geeignet. Personen, die eine sehr strukturierte Arbeitsumgebung benötigen oder Schwierigkeiten haben, sich in neuen Umgebungen zu konzentrieren, könnten es schwer finden, effektiv zu arbeiten. Zudem passt Workation nicht zu Berufen, die eine ständige physische Präsenz erfordern oder bei denen Datenschutz und Sicherheit eine große Rolle spielen.

Vorteile für Arbeitgeber: Steigerung von Motivation und Produktivität durch Workation

Immer mehr Arbeitgeber erkennen die Vorteile von Workation und bieten ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, für eine Weile woanders für ihr Unternehmen zu arbeiten. Zurück kommen meist motivierte, zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter mit frischen Ideen. Zudem zeigt die Unterstützung von Workation, dass das Unternehmen flexibel ist und auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingeht. Diese Haltung ist im Kampf um Fachkräfte ein deutlicher Pluspunkt, um qualifizierte Talente zu gewinnen und langfristig zu halten. „Arbeitsortflexibilität ist gerade bei jüngeren Arbeitnehmenden ein großes Thema, das hat das Randstad Arbeitsbarometer 2023 ergeben“, erklärt Petra Timm, Pressesprecherin von Randstad Deutschland. „Für Arbeitgeber ist das Modell Workation durchaus attraktiv. Die Mitarbeitenden erweitern dadurch nämlich ihren Horizont und eventuell sogar ihre Sprachkenntnisse, was sie kreativer und produktiver macht. Randstad ermöglicht bis zu 30 Tage im Jahr Workation in der EU und hat damit bisher rundum positive Erfahrungen gemacht.“

Außerdem kann Workation auch das Netzwerk des Unternehmens erweitern, da Mitarbeiter an neuen Orten Kontakte knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten entdecken können.

„Arbeitsortflexibilität ist bei jungen Arbeitnehmern beliebt. Workation steigert Kreativität und Produktivität.“

Petra Timm, Director Group Communications, Randstad

Welche Länder sind geeignet für Workation

Länder mit einer guten Infrastruktur, zuverlässigem Internet und einer sicheren Umgebung sind ideal für Workation. Beispielsweise sind Länder wie Portugal, Spanien und Thailand aufgrund ihrer Gastfreundlichkeit, ihrer schönen Landschaften und ihrer auf digitale Nomaden ausgerichteten Dienstleistungen beliebt. Jedes Land hat jedoch seine eigenen Regeln bezüglich Visum und Aufenthalt, daher ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich.

Weiterführende Tipps zu geeigneten Ländern für Workation

Europa

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Viele europäische Länder bieten eine ausgezeichnete Infrastruktur für Workation, insbesondere innerhalb der Schengen-Zone, wo die Freizügigkeit das Reisen und Arbeiten erleichtert. Länder wie Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Schweden sind auch wegen ihrer hohen Lebensqualität und effizienten öffentlichen Dienstleistungen beliebt.

Asien

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Länder wie Japan und Südkorea locken mit ihrer technologischen Infrastruktur und kulturellem Reichtum. In Südostasien sind Bali in Indonesien und die Philippinen bekannt für ihre Workation-freundlichen Communities, die eine Mischung aus natürlicher Schönheit, freundlichen Einheimischen und relativ günstigen Lebenshaltungskosten bieten.

Amerika

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Kanada und die USA bieten zahlreiche Möglichkeiten, insbesondere in Technologie-Hubs wie San Francisco, New York oder Toronto, die auch eine große Auswahl an Coworking-Spaces bieten. In Lateinamerika sind Mexiko und Costa Rica populäre Ziele für Workation aufgrund ihrer entspannten Lebensweise und der atemberaubenden Natur.

Australien und Neuseeland

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Beide Länder sind attraktiv für diejenigen, die eine hohe Lebensqualität und eine beeindruckende Landschaft suchen. Ihre strenge Visumspolitik erfordert jedoch eine gründliche Planung.

Ein Mann liegt am Strand in einer Hängematte und arbeitet mit seinem Laptop. (Workation)

Damit Sie im Ausland entspannt arbeiten können, sollten Sie Ihre Workation im Vorfeld ausgiebig planen. Beachten Sie neben beruflichen Herausforderungen auch die rechtlichen Voraussetzungen der jeweiligen Länder.

Wichtige Aspekte bei der Planung einer Workation im Ausland

Arbeiten aus dem Ausland kann sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Verpflichtungen bedeuten. Der Arbeitnehmer ist dort einkommensteuerpflichtig, wo er arbeitet. Bei Doppelbesteuerungsabkommen ist die 183-Tage-Regel relevant: Bleibt der Arbeitnehmer weniger als 183 Tage im Ausland und wird er von einem deutschen Arbeitgeber bezahlt, bleibt er im Heimatland steuerpflichtig. Eine sorgfältige Dokumentation des Reiseverhaltens ist dabei entscheidend, um steuerliche Verpflichtungen zu vermeiden.

Bei der Sozialversicherung spielen das Urlaubsland und die Dauer des Aufenthalts eine entscheidende Rolle. Bleibt der Arbeitnehmer nur kurzzeitig im Ausland, bleibt er in der deutschen Sozialversicherung versichert. Doch einige Länder verlangen ab dem ersten Tag eine Sozialversicherungspflicht, die vom Arbeitgeber zu erfüllen ist. Vor Reiseantritt sollten Sie sicherstellen, dass der Versicherungsschutz ausreichend ist, insbesondere bei häufigen Stromausfällen oder Arbeitsunfällen.

Arbeitsrechtlich gelten in der EU die Regelungen der Rom-I-Verordnung. Bei temporären Auslandsaufenthalten, wie einer Workation, bleibt das Arbeitsrecht des Heimatlandes gültig. Bei längeren Aufenthalten kann jedoch der „Günstigkeitsvergleich“ angewendet werden, bei dem die für den Arbeitnehmer günstigere Regelung gilt. Außerhalb der EU muss ebenfalls geprüft werden, welche lokalen Vorschriften für den Arbeitnehmer günstiger sind.

Bevor Sie in ein anderes Land einreisen, um dort zu arbeiten, sollten Sie prüfen, ob für das Workation-Land eine Arbeitserlaubnis notwendig ist. EU-Bürger haben das Recht, ohne Visum in die EU, den EWR und die Schweiz zu reisen und dort zu arbeiten. Allerdings können auch hier melderechtliche Verpflichtungen bestehen. Einige Länder haben spezielle „Remote Working“-Visa eingeführt, die einen legalen Rahmen für Workation bieten. Die genauen Bedingungen variieren jedoch von Land zu Land.

Tipps von Petra Timm: Darauf sollte bei Workation geachtet werden

Internet

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Wer für eine Zeit woanders arbeiten möchte, sollte im Vorfeld einige entscheidende Punkte beachten. „Zunächst ist eine stabile Internetverbindung unerlässlich“, betont Petra Timm. Die meisten Arbeiten, die aus der Ferne erledigt werden, erfordern eine zuverlässige und schnelle Internetverbindung. Deshalb sollten im Vorfeld die Verfügbarkeit und Qualität des Internets am geplanten Aufenthaltsort geprüft werden.

Arbeitszeiten

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Zudem muss sichergestellt werden, dass die Arbeit durch Freizeitaktivitäten nicht beeinträchtigt wird. Klare Arbeitszeiten sollten im Voraus festgelegt werden, um eine effektive Work-Life-Balance zu gewährleisten. Hierbei ist es wichtig, diszipliniert zu sein und sich an die vereinbarten Arbeitszeiten zu halten, auch wenn der Strand oder andere Ablenkungen locken.

Kommunikation

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Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist eine effektive Kommunikation. „Sowohl in der Planungsphase als auch während der Workation sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in engem Austausch bleiben“, rät Petra Timm. „Während der Vorbereitung ist es wichtig, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um mögliche Hürden und Herausforderungen zu besprechen.“ Dazu gehören Fragen zu Arbeitszeiten, Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und der Nutzung von Kommunikationstechnologien.

Rechtliche Aspekte

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Die rechtlichen und steuerlichen Aspekte müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Diese umfassen die Sozialversicherungspflicht sowie die Steuerpflicht im Ausland. Eine gründliche Vorbereitung und Beratung können hier helfen, unerwünschte Überraschungen zu vermeiden.

Kontakt

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Auch während der Workation sollten Sie den Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten regelmäßig pflegen. Dies fördert nicht nur das Gefühl der Verbundenheit, sondern ermöglicht es auch, frühzeitig auf mögliche Probleme zu reagieren. Regelmäßige Videokonferenzen, Telefonate oder Chats sind effektive Methoden, um in Kontakt zu bleiben und sicherzustellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Eine offene Kommunikation hilft zudem, Missverständnisse zu vermeiden und ein positives Arbeitsumfeld auch über Entfernungen hinweg zu schaffen.

Checkliste für die Vorbereitung von Workation

Checkliste

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Technische Ausrüstung: Sicherstellen, dass Laptop, Smartphone und ggf. ein mobiler Internetzugang zur Verfügung stehen.

Arbeitsplanung: Klare Arbeitszeiten definieren und ggf. mit dem Arbeitgeber Absprachen über die Erreichbarkeit treffen.

Rechtliche Vorbereitung: Überprüfung der Visumsanforderungen, der steuerlichen Situation und der sozialversicherungsrechtlichen Lage.

Gesundheit und Versicherung: Ausreichenden Versicherungsschutz garantieren, einschließlich Krankenversicherung und Unfallversicherung.

Karriere-Tipps mit Petra Timm:
Insiderwissen für Ihren beruflichen Erfolg

In unserer Rubrik teilt Petra Timm, Director Group Communications der Randstad Gruppe Deutschland, wertvolle Expertentipps und Informationen aus der Berufswelt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der internen und externen Kommunikation versteht Petra Timm die Bedeutung einer starken beruflichen Präsenz und eines gelungenen Karrierewegs.

In dieser Rubrik können Sie von dem Fachwissen profitieren und wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen. Ob es um Tipps für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche geht, um die Entwicklung beruflicher Fähigkeiten oder um die Förderung eines positiven Arbeitsumfelds – Petra Timm teilt ihr Insiderwissen, um Ihnen dabei zu helfen, Ihre beruflichen Ziele zu erreichen.

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