Ein Baugrundstück kaufen: Das sollten Sie bedenken

Das Baugrundstück ist wichtiger Ausgangspunkt für das zukünftige Traumhaus. Scheinbare Schnäppchenangebote können Baufamilien später hohe Kosten verursachen. Informieren Sie sich genau, bevor Sie sich für ein Grundstück entscheiden.

Ein grüne Koppel mit Kühen wird durch ein rustikales Holzschild als Baugrundstück zum Kauf angeboten.
Wer nach dem Kauf seines Baugrundstücks keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte sich im Vorfeld genau informieren.

Das sollte Sie überprüfen, wenn Sie ein mögliches Baugrundstück gefunden haben:

  • In ländlichen Gegenden ist Bauland günstiger als in der Stadt. Allerdings benötigen Sie wahrscheinlich ein zweites Auto, wenn Sie sich für den Wohnort auf dem Land entscheiden. Sprit- und Unterhalt für den PKW kosten oder Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel für die Kinder können sich im Laufe der Jahre zu hohen Kosten summieren. Unter Umständen ist es langfristig günstiger, wenn Sie sich für ein etwas teureres Baugrundstück in städtischer Randlage entscheiden.
  • Testen Sie die Verkehrsanbindung und Infrastruktur rund um den zukünftigen Wohnort. Weite Wege zu Ärzten, Schulen und Einkaufszentren kosten Zeit und Geld. Kinder sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln jederzeit problemlos Schule, Freitzeitangebote und Freunde erreichen können.
  • Wichtig ist, dass das Baugrundstück bereits erschlossen ist. Sind Leitungen für Telefon, Wasser, Abwasser, Strom und Gas noch nicht vorhanden, müssen Sie die Kosten dafür tragen. Das kann teuer werden.
  • Ein Blick in das Grundbuch verhindert unangenehme Überraschungen nach dem Kauf des Baugrundstücks. Wegerechte, mögliche Vorkaufsrechte beispielsweise von der Gemeinde oder bestehende Hypothekenlasten sind hier eingetragen.
  • Auch den Bebauungsplan sollten Sie einsehen. Denn dort finden sich Vorgaben, wie und was überhaupt gebaut werden darf. So lässt sich vermeiden, dass das Traumhaus am Ende ganz anders aussehen muss als ursprünglich geplant.
  • In einigen Fällen kann eine Baugrunduntersuchung zukünftige Mehrkosten aufdecken. Baugrundstücke mit hohem Grundwasserspiegel beispielsweise führen mit großer Wahrscheinlichkeit zu höheren Kosten beim Kellerbau, weil hier eine umfassendere Kellerabdichtung notwendig wird. Die Bodenbeschaffenheit ist auch ausschlaggebend für die nötigen Eigenschafften des Fundamentes.
  • Prüfen Sie auch das Wohnumfeld rund um Ihr Baugrundstück. Sendemasten, Müllverbrennungsanlagen, viel befahrene Straßen oder Sportanlagen können sich als unangenehme Störfaktoren entpuppen. Besichtigen Sie Ihr Baugrundstück am besten am Wochentag, um sich einen Eindruck von Verkehrslärm und Alltagsgeräuschen zu machen.
  • Auch die Lage des Baugrundstückes und die Himmelsrichtungen ist ausschlaggebend. Wenn das Grundstück es erlaubt, dass Ihr Haus nach Süden ausgerichtet wird, erhalten Sie nicht nur hellen, lichtdurchfluteten Wohnraum. Sie reduzieren in der Folge auch Stromkosten. Außerdem ist diese Lage auch ideal für die Installation von Fotovoltaik- oder Solarwärmeanlagen.
  • Lernen Sie ihre zukünftigen Nachbarn kennen. Oft können Sie in Gesprächen mit den Menschen vor Ort Vor- und Nachteile des Wohnortes erfahren, die Sie sonst erst im Laufe der Zeit kennenlernen würden. In manchen Wohnsiedlungen wird viel Wert auf gepflegte Vorgärten oder regelmäßige Nachbarschaftstreffen Wert gelegt. Das ist nicht jedermanns Lebensstil. Auch notorische Nörgler und Besserwisser in der direkten Nachbarschaft können das Wohnvergnügen im Alltag verderben.

 

Wenn das Baugrundstück bei der Überprüfung dieser Kriterien einen guten Eindruck hinterlassen hat, können Sie sich mit dem Kaufprozess und dem Kaufvertrag auseinandersetzen.

 

 

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