Ein Maulwurf im Garten – vertreiben oder dulden?

Jedes Jahr wieder verzweifeln Gartenbesitzer: Nur ein Maulwurf im Garten kann innerhalb kürzester Zeit die liebevoll gepflegte Rasenfläche in eine Mondlandschaft verwandeln. Viele überlegen angesichts der vielen Maulwurfshügel, den kleinen Graber zu töten. Achtung: Das ist nicht erlaubt! Maulwürfe stehen unter Artenschutz. Sie dürfen die Tiere nicht einmal fangen, sondern lediglich vertreiben. Und dafür gibt es gute Möglichkeiten.

Der Maulwurf ist ein Nützling

Rasenfreunde werden jetzt vehement mit dem Kopf schütteln. Dennoch: Der Maulwurf zählt zu den Gartennützlingen, weil er sich von Schädlingen ernährt. Und da er den ganzen Tag fleißig gräbt, hat er großen Hunger. Übrigens  steht ausschließlich tierische Nahrung auf seinem Speiseplan. Pflanzenwurzeln oder  -zwiebeln im Blumenbeet frisst er nicht. Hobbygärtner, die Gemüse anbauen, wissen den Appetit des Tieres zu schätzen. Immerhin verschlingt ein Maulwurf im Garten pro Jahr bis zu 30 kg Insekten! Zudem fressen  die kleinen Tiere Fadenwürmer, die Deformationen an Wurzeln und Blätter verursachen. Ein Fadenwurmbefall führt schnell zum Verwelken der Pflanzen.  Außerdem ernähren sich Maulwürfe von Engerlingen, die wiederum Pflanzenwurzeln fressen.

Ein Maulwurf im Garten guckt aus seinem Maulwurfshaufen.
Ein Maulwurf frisst keine Pflanzen. Er ist kein Schädling, sondern vielmehr ein Lästling.

Nur ein Maulwurf im Garten

Maulwürfe sind Einzelgänger und leben allein in ihrem Gangsystem. Nur zur Paarungszeit im März bis April  lassen sie sich auf Gesellschaft ein. Hoffen Sie trotzdem nicht, den einen Maulwurf schnell aus seinen Gängen in Ihrem Garten zu vertreiben, um dann für immer in Ruhe Ihren Rasen pflegen zu können. Ist dieses Tierchen weggezogen, wird ein Artgenosse einziehen. Wer die emsigen Buddler konsequent vertreiben möchte, muss zudem immer aktiv bleiben. In kleinen Gärten ist es deutlich leichter, gegen die Plagegeister vorzugehen. In größeren Gärten dagegen zieht der Maulwurf wahrscheinlich einfach nur in die Gartenbereiche um, wo er von Ihnen erst einmal ungestört weiter graben kann. Hier wird der Kampf gegen den ungebetenen Gast sehr zeitintensiv.

Maulwurf oder Wühlmaus?

Maulwurfshaufen im Gras (Ein Maulwurf im Garten)
Erfahrene Gartenbesitzer können den Unterschied zwischen Wühlmaus- oder Maulwurfshaufen an der Form und der Zusammensetzung unterscheiden.

Zunächst sollten Sie genau überprüfen: Handelt es sich um einen Maulwurf oder eine Wühlmaus?. Im Gegensatz zum Maulwurf verursachen Wühlmäuse an Gartenpflanzen große Schäden. Die Nagetiere ernähren sich ausschließlich pflanzlich, z.B. von Wurzeln und Knollen. Außerdem vermehren sie sich rasant und können einen kleinen Garten schnell bevölkern. Wühlmäuse stehen nicht unter Artenschutz. Allerdings töten Wühlmausfallen auch Maulwürfe. Wer in Ihrem Garten sein Unwesen treibt, erkennen Sie an den aufgeschichteten Sandhügeln. Maulwurfshügel sind kreisrund und hoch. Sie bestehen aus Sand und kleinen Steinchen. Pflanzenreste sind darin nicht zu finden.  Der Gang befindet sich direkt in der Mitte unter dem Haufen.

Wühlmaushaufen sind vergleichsweise flach. Möglicherweise können Sie in der Umgebung leicht Bodenaufwölbungen beobachten. Die Wühlmaus gräbt nah an der Erdoberfläche, wo sie ihre Nahrung findet. Wenn Sie den Wühlmaushaufen genau untersuchen, werden Sie Pflanzenreste im Sand entdecken. Der Gang des Tieres befindet sich am Rand unter dem Haufen.

Wühlmaus auf Blättern (ein Maulwurf im Garten oder eine Wühlmaus?)
Wühlmäuse verursachen im Garten auch Schäden an den Pflanzen. Ihre Erdhügel sehen den Maulwurfshaufen sehr ähnlich.

Darf der Maulwurf bleiben?

Sie sind sich sicher: Ein Maulwurf im Garten ist für die vielen Erdhügel verantwortlich. Was nun? Wollen Sie ihn vor die Tür setzen oder arrangieren sie sich mit ihm?  Überlegen Sie es sich gut. Maulwürfe dauerhaft zu vertreiben, kann unter Umständen mühselig werden. Sie müssen ebenso hartnäckig sein wie der kleine Graber. Haben Sie einen Wildrasen in ihrem Garten, der gemäht und hin und wieder gedüngt wird? Wachsen dort auch Gänseblümchen und Klee? Dann stört Sie vielleicht auch ein Maulwurfshaufen nicht so sehr. Freuen Sie sich, dass Sie Unterstützung bei der Insektenvernichtung erhalten. Nutzen Sie den Sand als lockere Blumenerde. Achten Sie beim Abtragen darauf, dass Sie das Luftloch nicht verschließen. Der Maulwurf wird sonst ziemlich schnell einen neuen Hügel produzieren, um es wieder herzustellen.  Bewerten Sie die Anwesenheit des Tierchens einfach positiv: Ein Maulwurf im Garten ist ein Indiz dafür, dass der Gartenboden einen gesunden Lebensraum für wichtige Bodentiere bietet.

Der Maulwurf muss weg

Sie wünschen sich eine gut gepflegte Grünfläche ohne Maulwurfshügel als Stolperfalle?  Sie wollen einen Maulwurf im Garten einfach nicht dulden? Dann nerven Sie das Tierchen. Wer einen kleinen Garten hat und viele Kinder, die laut draußen spielen, ist schon im Vorteil. Der Maulwurf hat gern seine Ruhe. Wird er immer wieder durch Krach und Vibrationen gestört, zieht er um. Außerdem hat das kleine Tierchen eine ziemlich empfindliche Nase, um seine Beute schnell zu erschnüffeln. Gerüche nimmt er also schnell wahr. Einige findet er sogar so unangenehm, dass er es vorzieht, das Weite zu suchen.

Tricks, um den Maulwurf mit Lärm zu vertreiben

  • Ein bekannter Trick: Schlagen Sie von Flaschen den Boden ab und stecken Sie diese verkehrt herum in den Maulwurfsgang. Streicht der Wind darüber, werden ständig Windgeräusche in das Gangsystem getragen. Das stört den Maulwurf auf Dauer. Nachteil: Glasflaschen bergen ein Verletzungsrisiko für Kinder und Hunde. Aber auch wenn Sie stabile Plastikflaschen nutzen, ist diese Lösung einfach nicht dekorativ. Außerdem ist es in den Sommermonaten oft windstill. Dann wirkt dieser Trick nicht.
  • Einige Gartenbesitzer stoßen Eisenrohre in die Maulwurfshügel und schlagen mit einem Hammer regelmäßig dagegen. Dazu sollten Sie wissen, dass der Maulwurf vormittags, nachmittags und gegen Mitternacht aktiv ist. Am besten schlagen Sie also zu diesen Zeiten gegen das Eisenrohr.
  • Machen Sie sich das Leben leicht: Leisten Sie sich einen Mähroboter! So ist nicht nur die Rasenfläche gepflegt kurz, sondern auch der Wohnkomfort des Mauswurfs stark gestört. Die Tiere fühlen sich von den Motorgeräuschen stark gestört. Viele Gartenbesitzer beobachten, dass die Maulwurfshügel verschwinden, seit ein Mähroboter die Rasenpflege übernommen hat. Allerdings halten die Tierchen keinen Winterschlaf. Für die kalte Jahreszeit, müssen Sie auf andere Vertreibungsmethoden zurückgreifen.
  • Im Fachhandel erhalten Sie Geräte, die regelmäßig Geräusche oder Schallwellen in die Gänge leiten. Die batterie- oder solarbetriebenen Stecksysteme vertreiben zudem auch Wühlmäuse. Vor allem in kleineren Gärten funktionieren die Abwehrgeräte gut – auch im Winter.  
Anbringen eines Maulwurfschreck im Maulwurfshügel auf dem Rasen (Ein Maulwurf im Garten)
Schallwellengeräte werden in die Erdhügel gesteckt, um Maulwürfe akustisch zu vertreiben. Die Wirksamkeit ist je nach Produkt und Maulwurf unterschiedlich.

 

Tricks, um den Maulwurf mit Gerüchen zu vertreiben

Verpesten Sie einem Maulwurf im Garten die Luft, wird er bald umziehen. Damit können Sie Gestank in den Gängen verbreiten:

  • Nicht jedermanns Lösung: ein alter Fisch,der für üblen Gestank im Maulwurfsgangsystem sorgt. Vorsicht: Hunde- und Katzenbesitzer sollten diesen Trick gar nicht erst ausprobieren. Der Fisch wird mit Sicherheit von den Haustieren schnell wieder ausgebuddelt.
  • Menschen-, Katzen- oder Hundehaare einfach ins Maulwurfsloch stopfen. Das mag das Tierchen gar nicht.
  • Brennnesseljauche benutzen viele Hobbygärtner als Naturdünger. Gießen Sie regelmäßig einige Liter der Jauche in die Gänge.
  • Besonders an warmen Tagen vertreiben auch Molke und Buttermilch den ungebetenen Gast.
  • Knoblauchzehen vertreiben nicht nur Vampire, sondern auch Maulwürfe.
  • WC-Duftsteine und Mottenkugel mag kein Maulwurf riechen. Ebenso Lappen, die mit Salmiakgeist- oder Petroleum getränkt ins Erdreich gesteckt werden, vertreiben das Tier. Allerdings ist der Geruch auch sehr unangenehm für Hunde und Katzen. Ihren Haustieren zuliebe sollten Sie diese Vertreibungsart nicht anwenden.
  • Besonders bequem: Fernhaltemittel aus dem Fachhandel mit speziellen Geruchsstoffen. Achten Sie darauf, dass Sie natürliche Inhaltsstoffe verwenden, die auch für Haustiere verträglich sind.

 

Fotos: Fotolia-juefraphoto, Fotolia-Ingo Bartussek, Fotolia-creativenature.nl, Fotolia-nemo1963

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.