Dem Eigenheim mit einer Putzfassade Charakter verleihen

Der erste Eindruck zählt – und dabei spielt die Fassade eines Hauses eine ganz besondere Rolle. Altmodisch oder modern? Individuell, kreativ oder schlicht? Als Eigenheimbesitzer haben Sie die Wahl zwischen diversen Farben, Materialien, Strukturen und Verarbeitungstechniken, um Ihrer Fassade einen ganz eigenen Charakter zu verleihen. Wir verraten Ihnen, weshalb die Putzfassade noch immer stark gefragt ist.

Putzfassade – traditioneller Look mit Besenstrich

Die Fassade mit Besenstrich oder Kammzug zu bearbeiten, hat lange Tradition. Bei beiden handelt es sich um Putztechniken, die so schon um 1900, also zur Gründerzeit bei Wohnhäusern eingesetzt wurden. Dabei wird zum Beispiel mineralischer Putz in zwei dünnen Lagen (maximal drei Millimeter Dicke) auf die Fassade aufgetragen und vor dem Trocknen mit einem Besen bearbeitet. Ganz nach persönlichem Geschmack wird der Besen vertikal oder horizontal über den feuchten Putz gestrichen und hinterlässt die typischen Besenstrichspuren. Varianten ergeben sich durch den Einsatz unterschiedlicher Besen. So sorgen Reisigbesen für gröbere, fast rustikal wirkende Strukturen an der Wand. Feinere Straßenbesen werden verwendet, wenn das Muster an der Fassade eher zarter und geometrisch gestaltet werden soll. Trocknen lassen – fertig ist die charakteristische Putzfassade.

Die raue, geplant strukturierte Oberfläche mit seiner filigranen Reliefstruktur fällt sofort ins Auge und lädt zum Anfassen ein. Einige kreative Hausbesitzer nutzen die grob plastische Oberfläche und kombinieren sie gezielt mit modernen Bauelementen wie großflächigen Glasfronten, um der Putzfassade ihres Hauses unverwechselbare Individualität zu verleihen.

Klinker: An der Fassade noch immer beliebt

Der Querschnitt einer wärmegedämmten Wand, deren Außenseite aus rotem Klinker besteht.
Wer sich Klinkeroptik wünscht, muss trotz Wärmedämmung keine unnötig dicken Außenwände in Kauf nehmen. Sogenannte Klinker-Riemchen werden vorgeblendet und lassen sich optisch kaum vom Original unterscheiden.

Können Sie mit der traditionellen Optik einer Putzfassade nichts anfangen, steht Ihnen auch Klinker zur Verfügung. Vielleicht haben Sie schon gehört, dass manchmal von Klinker in Verbindung mit einer wärmegedämmten Fassade abgeraten wird. Es können dabei sehr dicke Wände entstehen, die Fenster in „Schießscharten“ verwandeln. Doch zum Glück gibt es auch hier inzwischen Abhilfe. Besonders dünne Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) lassen sich mit sogenannten Klinker-Riemchen kombinieren. Diese Riemchen nehmen nur den Bruchteil des Platzes vom üblichen Klinker ein. Sie werden der Wärmedämmung vorgeblendet und sorgen für eine insgesamt wesentlich geringere Wanddicke.

Putzfassade – im Wandel der Zeit

Eine sanierungsbedürftige Häuserfassade neben einer Fassade, die mit blauem Edelputz saniert wurde.
Aus alt mach neu: Unansehnliche Häuserfassaden wirken nach der Sanierung mit einem farbenfrohen Edelputz sichtbar hochwertig.

Putz an der Fassade hat sich seit Jahrzehnten bewährt – und seine Hauptbestandteile sind auch heute noch nahezu unverändert. Putze bestehen größtenteils aus Mineralien wie Marmor, Quarz, Kalkstein und Sand, entweder in kristalliner oder mehliger Form. Was sich im Laufe der Zeit verändert hat, sind die beigefügten Bindemittel.

So gibt es mittlerweile Putze mit Lotusblüten-Effekt: Sie enthalten ein wasserabweisendes Bindemittel, wodurch Schmutz und Regen abperlen kann. Auch Algen und Pilze haben es schwerer, sich festzusetzen. Dadurch bleibt die Putzfassade insgesamt länger schön.

Mineralische Putze bestehen meist aus Kalk, denen in einer fein abgestimmten Mischung Zement beigemischt wurde, der als Bindemittel fungiert. Diese Putze sind aufgrund ihrer Nichtbrennbarkeit bei Eigenheimbesitzern besonders gefragt, denn die Putzfassade schützt das Haus bei Bränden, da sich das Feuer an ihnen nicht weiter ausbreiten kann.

Organische Putze gelten als die Multitalente. Dispersionen, die aus Erdöl gewonnen werden, dienen hier als Bindemittel, weshalb sie auch Dispersions-Putze genannt werden. Diese Putze sind in fast jeder Farbe, Struktur und Körnung zu haben. Sie sind besonders widerstandsfähig und weisen auch Wasser gut ab.

Als die langlebigsten gelten Putze mit Silikonharz als Bindemittel. Silikonharzputze sind besonders witterungsstabil und einerseits für Wasserdampf und Kohldioxid durchlässig, andererseits weisen sie Wasser von außen zuverlässig ab. Dadurch ist eine lange Haltbarkeit garantiert, ebenso wie ein guter Schutz vor Pilzen und Algen: Die Putzfassade sieht lange wie frisch saniert aus.

Denken Sie daran:

Mit welchem Putz Sie letztlich Ihrer Fassade gestalten wollen, ist natürlich ganz Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Durch die Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten und Farben stehen Sie vor einer großen Auswahl und müssen daher keine Kompromisse eingehen. Tipp: Bevor Sie sich endgültig für eine Farbe für Ihre Putzfassade entscheiden, sollten Sie sich eine Arbeitsprobe davon im nahen Baumarkt oder Fachgeschäft mit eigenen Augen ansehen. Manchmal sieht das knallige Sonnengelb der Farbdose in natura dann doch eher orange aus. Mit einer Live-Besichtigung vorab, am besten inklusive Beratung vom Fachmann, gehen Sie auf Nummer sicher und erleben später keine unschönen Überraschungen.

 

Fotos: Alterfalter @Fotolia; animaflora @Fotolia; Friedberg @Fotolia; Gerd @Fotolia; Kadmy @Fotolia; lichtbildmaster @Fotolia; miket @Fotolia; Saint-Gobain Weber; TPhotography @Fotolia

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